MHP

Wundmanagement 4/2012

Aktuelles

  • DGfW stellt neue S3-Leitlinie zur Lokaltherapie chronischer Wunden vor
  • Erster IV-Vertrag des „Wundkompetenznetz Mittlerer Oberrhein“
  • Körpereigene Wundheilung aus der Spritze

Originalarbeit

  • Zusammenhang zwischen Inzidenz und Prävalenz des Dekubitus am Universitätsklinikum Essen und Maßzahlen zum allgemeinen Zustand des Patienten

    M. Nonnemacher, C. Dahlmann, J. Peters, J. Weiß, H. Schneider, W. Niebel für die Interdisziplinäre Expertengruppe Dekubitus und Wunde des Universitätsklinikums Essen

    Am Universitätsklinikum Essen wurden im Rahmen des interdisziplinären Dekubitusprojektes (Projektstart in 2002, Start der Datenerhebnung im April 2003) Prävalenz und Inzidenz des Dekubitus bei stationären Behandlungsfällen analysiert. Dabei zeigte sich ein Anstieg beider Kennzahlen zwischen Projektjahr 4 und Projektjahr 6 (2006 bis 2008). Als mögliche Ursache wurde in Betracht gezogen, dass sich die Schwere der Erkrankungen im Patientenkollektiv im Laufe der Zeit erhöht hat. Zur Untersuchung dieser Annahme wurden neben allgemeinen Informationen Angaben zum Auftreten von Dekubitalulzera, Angaben zur ASA-Einschätzung bei operierten Patienten und Angaben aus der Leistungserfassung in der Pflege (LEP®) benutzt. Die Auswertung ergab, dass Behandlungsfälle mit Dekubitus älter sind, eine längere Verweildauer aufweisen, ein höheres Kostengewicht besitzen und häufiger operiert werden als Behandlungsfälle ohne Dekubitus. Behandlungsfälle mit Dekubitus tendieren zu einem höheren ASA-Wert als Behandlungsfälle ohne Dekubitus. Dabei ist kein zeitlicher Trend erkennbar. Der Pflegeaufwand ist bei Behandlungsfällen mit Dekubitus deutlich erhöht, insgesamt zeigt sich aber eine abnehmende Tendenz von Projektjahr 4 zu Projektjahr 6. Insgesamt ist kein Nachweis möglich, dass PatientInnen im Laufe der letzten Jahre kränker geworden sind. So kann auch der Anstieg von Inzidenz und Prävalenz des Dekubitus in den Projektjahren 4 bis 6 nicht durch kränkere PatientInnen erklärt werden.

Übersichtsarbeit

  • Qualitätsmanagement in der Praxis am Beispiel Dekubitus

    A. Hauss

    Die Dekubitusinzidenz ist ein internationaler Indikator für Qualität und Patientensicherheit und der einzige pflegesensible Leistungsbereich der externen Qualitätssicherung für deutsche Krankenhäuser. Maßnahmen zur Reduktion der Dekubitusinzidenz umfassen Aspekte der Struktur- und Prozessqualität, insbesondere qualifiziertes Personal, klare Verfahrensregelungen, systematische Identifikation des individuellen Risikos mit entsprechender Allokation von Ressourcen und geeignete technische Hilfsmittel. Die permanente Rückkopplung der Ergebnisqualität und Identifikation weiterer Optimierungspotenziale folgt den Prinzipien des PDCA-Zyklus nach Deming. Hausinternen Vorgaben zur Dekubitusprophylaxe sollten Empfehlungen evidenzbasierter Leitlinien zu Grunde gelegt werden. Um diese Vorgaben effektiv zu implementieren, werden vielfältige qualitätssichernde Maßnahmen empfohlen. In der Charité – Universitätsmedizin Berlin kommen neben einer halbjährlichen Information über die Häufigkeit der im Bereich entstandenen Dekubitus mehrere Interventionen zur Anwendung. Während eines Dekubitus -Prozessaudits im stationären Bereich wird bei dekubitusgefährdeten Patienten eine Hautinspektion durchgeführt, prophylaktische Maßnahmen beurteilt und dem behandelnden Personal rückgemeldet. Beim Fachgespräch Dekubitus Grad 4 diskutieren Mitarbeiter der entsprechenden Bereiche gemeinsam mit Fachexperten die strukturiert aufgearbeiteten Fälle. Im Fokus stehen hier die Selbstreflexion des Behandlungsprozesses und der interkollegiale Austausch. Sowohl das Prozessaudit zum Dekubitus, als auch das Fachgespräch dienen dazu, sowohl Stärken als auch Verbesserungspotienziale aufzudecken und somit gezielt und individuell Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe- und therapie zu ergreifen.

  • Dekubitus bei Kindern – ein bisher nicht wahrgenommenes Problem der Pädiatrie

    N. Möller-Woltmade

    Kranke, immobilisierte Kinder und Jugendliche haben ein Risiko zur Entwicklung von Druckgeschwüren. Dieses belegen die wenigen, bisher publizierten Forschungsergebnisse, die sich der Dekubitusprävalenz im Bereich der Pädiatrie widmen. Dieser Artikel veranschaulicht anhand von Ergebnissen einer schweizer Dekubitusprävalenzerhebung, dass dringender Handlungs- und Forschungsbedarf im Bereich der Dekubitusprophylaxe im Bereich der pflegerischen und medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen besteht.

  • Wundverbände – Was wird im ambulanten Bereich verkauft?

    K. Kröger

Blickpunkt

  • Beziehung zwischen Druck, Reibung und Kategorien des Dekubitus bei Krankenhauspatienten – eine Kurzzusammenfassung

    Nils Lahmann, Jan Kottner

  • Bewegung ist Leben – Bewegungsmangel als Ursache für Dekubitalulzera

    F. J. Baisch

    Viele Primärerkrankungen (Schlaganfall, Infarkt, Diabetes, Oberschenkelhalsbruch etc) gehen mit einer drastischen Einschränkung der Fähigkeit zu Eigenbewegungen einher. Bettlägerigkeit führt nicht selten zusätzlich zum Liegegeschwür, dem Dekubitus. Ein Dekubitalulkus entsteht aufgrund einer Stoffwechselstörung im gewichtsbelasteten Gewebe in Folge eines Sauerstoffversorgungsdefizits. Kräfte, die mit gleichbleibender Intensität und Richtung auf die Haut einwirken, sind ursächlich für die Entstehung eines Dekubitalulkus

    Fragestellung: Lässt sich mit naturwissenschaftlichen Messmethoden Bewegung und Stoffwechselaktivität in gefährdeten Hautpartien erfassen und so die Wirksamkeit von Pflegemaßnahmen bei der Behandlung von Dekubitalulzera bewerten?

    Methoden: Bewegungsanalyse abgeleitet von einem flexiblen Netz von Kraftmesszellen zusammen mit der Messung der Sauerstoffutilisation mittels Weißlicht-Spektrometrie und Laser-Doppler Strömungsmessung an Prädilektionsstellen des Dekubitalulkus

    Ergebnisse: Beide Methoden im Verbund zeigen die Einschränkung von Bewegungsaktivität und infolge die Limits der Sauerstoffversorgung im gewichtsbelasteten Gewebe. Sie sind somit Indikatoren für die Entstehung eines Dekubitalulkus. Eingesetzt als Assistenzsystem erlauben sie eine flexible Handhabung von Intensität und Dauer von Lagerungsmaßnahmen (Pflege auf Anforderung).

    Diskussion: Die Kombination kann als intelligentes Assistenzsystem pflegerische Aktivitäten unterstützen. So ließe sich frühzeitig erkennen, wie erfolgreich eine Therapie zur Stärkung der Eigenbeweglichkeit ist. Lagerungsmaßnahmen, die z. B. oft den Schlafwach-Rhythmus beeinträchtigen, könnten so getaktet werden, dass das gewichtsbelastete Gewebe hinreichend perfundiert wird. Diese Art von Robotik eröffnete Ressourcen für mehr menschliche Zuwendung.

  • Hilfsmittel gegen Dekubitus als Leistung der GKV

    N. Kamps

  • Dekubitusmanagement in der Pflege – Umsetzung am Beispiel des Universitätsklinikum Essen

    I. Maier, P. Runge-Werner, B. Lottko, M. Henning, Ch. Dahlmann

    Seit 2003 wird am UK Essen ein interdisziplinäres Dekubitusprojekt durchgeführt. Bei sehr guten Rücklaufquoten/ Dokumentation (fast) aller Dekubitalulzera (über 90 %!) bei den stationären Patienten durch die Pflege haben wir den Projekt-Status in den Standard umgewandelt. Inzidenz und Prävalenz liegen bei uns bei ca. 2,5 %. Auch im Verlauf kam es zu keinem Anstieg dieses niedrigen Wertes. Das führen wir auf konsequente Fort- und Weiterbildung, innerbetriebliche Audits, unsere Dekubitusteams, allgemeine Weichlagerung und die interdisziplinäre Wundsprechstunde zurück.

  • Pflege der Altershaut – Intakte Haut soll intakt bleiben

    H. Heinhold

  • Assessmentinstrumente zur Risikoerfassung und Klassifizierung der Inkontinenz Assoziierten Dermatitis (IAD)

    A. Steininger, M. Jukic-Puntigam, B. Braunschmidt, G. Müller

Pflegelexikon

  • Händehygiene

    K. Protz

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Die ICW e. V. beim EWMA Teacher Network meeting in Wien
  • Neues zum ICW e. V. Wundsiegel
  • Die ICW e. V. untersützt den Aktionstag gegen Dekubitus am 16.11.2012

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • Übersicht über die Wundausbildungssituation in der Schweiz

    M. Signer

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung am 7. Juni 2012