MHP

Wundmanagement 6/2013

Aktuelles

  • Expertentipps der DIVI – So lassen sich Krankenhausinfektionen vermeiden
  • Pflegenotstand abwenden – Sozialverband SoVD legt Maßnahmenpaket vor
  • Nationaler Anti-Dekubitus-Tag am 16. November 2013

Übersichtsarbeit

  • Versorgungsforschung – Konzepte und Herausforderungen

    E. A. M. Neugebauer

  • Nutzung von Routinedaten in der Versorgungsforschung

    J. Stausberg

    Routinedaten entstehen auf Grund von Übermittlungspflichten der Leistungserbringer an Kranken- und Pflegekassen sowie staatliche Stellen. Routinedaten stehen strukturiert und standardisiert flächendeckend für mindestens einen Sektor des Gesundheitswesens elektronisch zur Verfügung. In Deutschland sind chronische Wunden in den Routinedaten als Entität gut abgebildet. Therapeutisch gilt dies nur für operative Maßnahmen. Informationen zu Wundauflagen und anderen Lokaltherapeutika finden sich nur begrenzt und beschränkt auf die ambulante vertragsärztliche Versorgung. Wundreduktion und Symptome wie Schmerzen sind in Routinedaten kaum dargestellt. Beschrieben über Vollzähligkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit ist die Datenqualität hoch für Arzneimittelverordnungen, operative Maßnahmen sowie die Diagnosen aus dem stationären Bereich. Für viele Sektoren ist ein Zugang über das Statistische Bundesamt möglich, sowohl auf konfigurierbare Statistiken als auch auf Rohdaten. Kranken- und Pflegekassen verfügen über einen umfangreichen Datenbestand zu ihren Versicherten, der für die Versorgungsforschung über Kooperationsprojekte genutzt werden kann. Perspektivisch sollte eine Verzahnung von Routinedaten mit der elektronischen Patientenakte, mit Registern und mit klinischen Studien angestrebt werden, um Daten einmalig zu erfassen und für verschiedene Anwendungsszenarien mehrfach zu nutzen.

Originalarbeit

  • Überlegenheit hydroaktiver Wundauflagen im Vergleich zu passiven Wundauflagen in der Behandlung chronischer Wunden

    K. Heyer, M. Augustin, K. Protz, K. Herberger, S. J. Rustenbach

    Einleitung: Die Behandlung chronischer Wunden hat eine hohe klinische und sozio-ökonomische Relevanz. Wundauflagen sind ein zentraler Bestandteil jeder Wundbehandlung und sollten daher anhand valider Daten nach den internationalen Kriterien der evidenzbasierten Medizin bewertet werden. Eine Metaanalyse dient dazu, einen Gesamtüberblick über die verschiedenen Studien zu einem Themengebiet zu erlangen, indem die klinische Evidenz statistisch zusammengefasst wird. Die Fragestellung der vorliegender Metaanalyse im Bereich chronischer Wunden lautete: Wie ist die klinische Evidenz hydroaktiver Wundauflagen (feucht-warme, moderne Wundversorgung) im Vergleich zu passiven Wundauflagen (trockene, konventionelle Wundversorgung)?

    Methode: Zur Beantwortung dieser Frage wurde am Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine umfassende Metaanalyse zur Effektivität hydroaktiver Wundauflagen in der Behandlung chronischer Wunden durchgeführt. Im Gegensatz zu bisher veröffentlichten Metaanalysen wurden publizierte Studien zu Patienten mit chronischen Wunden jeder Art, bei denen eine hydroaktive Wundbehandlung angewendet wurde, eingeschlossen. So wurden neben randomisierten kontrollierten klinischen Studien auch kontrollierte sowie unkontrollierte Beobachtungsstudien z. B. Fallserien, berücksichtigt. Um die Wirksamkeit hydroaktiver mit derjenigen passiver Wundauflagen zu vergleichen, diente die Anwendung metaanalytischer Methoden.

    Ergebnisse: In einer systematischen Literaturrecherche wurden insgesamt 170 Studien an 22.492 chronischen Wunden identifiziert und analysiert. Unter Berücksichtigung der randomisierten kontrollierten Studien zeigte sich eine signifikante Erhöhung der Abheilungschance um 52 % bei Behandlung mit hydroaktiven gegenüber passiven Wundauflagen. Bei Betrachtung der Beobachtungsstudien betrug die mittlere Abheilungsrate 30 %. Die Überlegenheit hydroaktiver Wundauflagen stellte sich dabei unabhängig von der Durchführung einer adjuvanten Kausaltherapie dar.

    Diskussion: Die vorliegende Metaanalyse zeigt, dass hydroaktive Wundauflagen als Produktklasse den passiven Wundauflagen hinsichtlich der Abheilungschance chronische Wunden signifikant überlegen sind.

Pflegelexikon

  • Versorgungsmöglichkeiten in verschiedenen Wundstadien, Teil 5

    K. Protz

Cochrane Pflege Corner

  • Schmerzbehandlung bei Ulcus cruris

    Eva-Maria Panfil, Sabine Lins, Isabelle Heßler

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • 2. Internationaler Kongress „Wound Management in 3 D“ in Beirut, Libanon
  • Neues zum ICW e. V. Wundsiegel

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • Ökonomisch wertvoll, für den Patienten sinnvoll – Neue Wege in der Unterdrucktherapie

    Siegfried Uttenweiler

  • Kompetenzprofil für Wundspezialisten

    Sebastian Probst, Doris von Siebenthal

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschft für Phlebologie – mit Beteiligung des Wundzentrum Hamburg e. V.

Veranstaltungsbericht

  • 10 Jahre Wundforum Marktoberdorf
  • Interdisziplinäre Wundbehandlung unter einem Dach – Erster Dreiänderkongres Wund-D.A.CH vom 10.–12. Oktober in Friedrichshafen
  • 1. Bad Staffelsteiner Wundkongress