MHP

Wundmanagement 2/2015

Aktuelles

  • Wie sich Wunden schließen – Heidelberger Wissenschaftler entschlüsseln molekularen Mechanismus der kollektiven Zellmigration, der etwa für die Wundheilung von Bedeutung ist
  • „EPUAP-Wundkategorien dürfen nicht für die Produktzuordnungen genutzt werden“
  • Wundversorgung und Pflege nicht nach Schema F

Anwendungsbeobachtung

Pilonidal Sinus Wunden: Sekundäre Wundbehandlung nach chirurgischer Exzision mit einem pflanzlichen Wundtherapeutikum

A. Lenz, B. Herrmann, U. Illien, U. Diener, W. Herzig

WundManagement 2015;9 (2) 48–53.

SCHLÜSSELWÖRTER: Pilonidal Sinus, sekundäre Wundheilung, Wundtherapeutikum, Neemöl, Johanniskrautöl

ZUSAMMENFASSUNG

Hintergrund: Ziel dieser Anwendungsbeobachtung ist die Beurteilung der Effektivität eines pflanzlichen Wundtherapeutikums, bestehend aus einer Mischung aus Johanniskrautöl und Neemöl (ONE) für die sekundäre Wundheilung von Sinus-pilonidalis-Wunden.

Material und Methode: Wir haben 21 konsekutiv behandelte Patienten mit einer sekundären Wundheilung nach Exzision eines Sinus pilonidalis analysiert. Es wurden folgende Faktoren evaluiert: Dauer bis Wundverschluss, Dauer bis zur vollständigen Arbeitsfähigkeit, Einfachheit der Handhabung und Schmerzen.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der 21 Patienten (15 männlich, 6 weiblich) betrug 26 Jahre (15–36 Jahre). Die mediane Wundlänge betrug 4,5 cm (2,5–10 cm) und die mediane Wundbreite 2,5 cm (0,5–5 cm) was einer medianen Wundfläche von 9,4 cm2 (1,0–23,7 cm2) entsprach, berechnet gemäß der Ellipsenmethode. Die mediane Wundtiefe betrug 2,5 cm (1,0–7 cm). Die mediane Dauer bis Wundverschluss betrug 48 Tage (22–119 Tage). Bei allen Sinus-pilonidalis-Wunden kam es zum kompletten Wundverschluss. Die mediane Dauer bis zur vollständigen Arbeitsfähigkeit betrug 14 Tage. Der Verbandwechsel war einfach und schmerzfrei und es traten keine Infektionen oder andere unerwünschten Nebeneffekte auf. Nach durchschnittlich 442 Tagen (317–581 Tage) bei verschlossener Wunde betrug die Rezidivrate 0 %.

Schlussfolgerung: Aufgrund der Ergebnisse dieser Anwendungsbeobachtung kann das pflanzliche Wundtherapeutikum ONE als einfache, klinisch wirksame und kosteneffektive Therapie für die sekundäre Wundheilung von kleinen und großen Sinus-pilonidalis-Wunden empfohlen werden. Weitere Studien sind notwendig, um die Effektivität des Wundtherapeutikums auf kontrollierter Basis zu bestätigen.

Case Study

Der Einsatz von Enzym Alginogelen in der Therapie schwer heilender chronischer Wunden

G. Hämmerle, R. Strohal*

WundManagement 2015;9 (2) 54–49.

SCHLÜSSELWÖRTER: Antimikrobiell, chronische Wunden, Debridement, Enzym Alginogel, Flaminal, Ulzera, Wundmanagement

ZUSAMMENFASSUNG

Aufgrund der Tatsache, dass ältere Menschen häufiger an Ulzera leiden als jüngere, bilden Patienten mit chronischen Wunden im Rahmen des demographischen Wandels bei einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung eine relevante Herausforderung für das Gesundheitssystem. Die moderne Wundbehandlung basiert gemäß dem TIME-Konzept auf vier Komponenten, die das Gewebemanagement, die Entzündungs- und Infektionskontrolle, das Feuchtigkeitsgleichgewicht und die Förderung der Re-Epithelisierung umfassen. Auf diese Weise soll der Heilungsprozess stimuliert werden.Meist ist im klinischen Alltag bei der Behandlung chronischer Wunden die Berücksichtigung mehrerer Komponenten zugleich erforderlich, sodass nicht selten auf eine Kombination aus mehreren Präparaten oder Verbänden zurückgegriffen wird. Die neue Wirkstoffklasse der Enzym Alginogele, bestehend aus hydratisiertem Alginat, Polyethylenglykol und einem antimikrobiellen Enzymsystem, weist autolytische, absorbierende und antimikrobielle Eigenschaften auf, sodass durch deren Anwendung drei Komponenten des Wundmanagements zugleich abgedeckt werden können. Die Wirkung von Enzym Alginogelen wurde in der klinischen Routineanwendung in Kombination mit heilungsfördernden Maßnahmen, wie der Reinigung mittels Nass-Trockenphase, und Kompressionstherapie anhand von zwölf Patienten überprüft. Alle Patienten hatten frustran vorbehandelte, schwer heilende, chronische Wunden unterschiedlicher Genese wie Ulcus cruris venosum (n = 7), Ulcus cruris mixtum (n = 2), Amputationswunden bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ II (n = 2) und ein Ulcus cruris traumaticum im Areal einer vorangegangenen und erfolgreich eingeheilten Spalthauttransplantation (n = 1). Generell wurde die Behandlung mit Enzym Alginogelen von allen Patienten sehr gut toleriert und führte innerhalb von vier Wochen zur deutlichen Verbesserung des Wundzustandes, wobei es bei praktisch allen Wunden zur völligen Rückbildung des Wundbelags kam. Im Rahmen des Wundheilungsverlaufes bestätigte sich die vierfache Wirkung von Enzym Alginogelen bei den Patienten in der Therapie chronischer Wunden. Dementsprechend eignen sich Enzym Alginogele für die Wundversorgung durch Ärzte und Pflegekräfte.

SCHLÜSSELWÖRTER: Antimikrobiell, chronische Wunden, Debridement, Enzym Alginogel, Flaminal, Ulzera, Wundmanagement

Eine Stellungnahme der Initiative Chronische Wunde e. V.

Vorfußentlastungsschuh bei Diabetischem Fußsyndrom

K. Kröger*, A. Bültemann, J. Dissemond, V. Gerber, B. Jäger, C. Münter

Ein Vorfußentlastungsschuh ist ein preisgünstiges und effektives Mittel zur Entlastung des Vorfußes. Bei einem Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom ist der Vorfußentlastungsschuh aber häufig nicht in der Lage, genau diese Entlastung sicher zu stellen. Dies liegt nicht am Vorfußentlastungsschuh, sondern am komplexen Zusammenspiel von diabetischer Polyneuropathie, Bewegungsablauf und Schuh. Die Verordnung und Anwendung eines Vorfußentlastungsschuhs bei einem Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und einer schlecht heilenden Wunde am Vorfuß ist in den meisten Fällen nicht sachgerecht und damit falsch. Die nachfolgende Stellungnahme der Initiative Chronische Wunden e. V. klärt über diese Problematik auf und dient als Argumentationshilfe für die Fälle, in den das Wundteam die Verordnung eines Vorfußentlastungsschuhs für nicht indiziert hält.

Pflegelexikon

Apparative intermittierende Kompressionstherapie (AIK)  

 K. Protz,

Cochrane Pflegecorner

Topische Mittel und Verbände für exulzerierende Wunden

E.-M. Panfil

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Expertentreffen der ICW e. V.
  • Neues vom ICW e. V.-Wundsiegel
  • Deutscher Wundkongress und Bremer Pflegekongress 2015 mit noch mehr Programm
  • Einladung zur Mitgliederversammlung 2015

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • 150 Tage Co-Präsidentschaft SAfW D-CH
  • Die SAfW hat einen neuen Webauftritt
  • Die Europäische Wundfachgesellschaft (EWMA) – Eine multidisziplinäre Organisation stellt sich vor

Wundnetz Kiel e. V.

  • Bericht über das 17. Wundnetztreffe vom 11.02.2015

Veranstaltungsberichte

  • IWC-Kongress in Köln