MHP

Wundmanagement 5/2015

Aktuelles

  • Expertenstandard Dekubitusprophylaxe wird aktualisiert
  • Stand der Aktualisierung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“
  • Wundmanagement: Kliniken sparen am falschen Ende
  • Wie Zebrafische amputierte Flossen wiederherstellen
  • BVMed startet Informationsportal zur Versorgung chronischer Wunden
  • SenseEmotion: Schmerz- und Emotionserkennung bei Senioren
  • Ausschreibung Drei-Länder-Wundpreis 2015 der Fondation URGO

Übersicht

Standardisierte Messinstrumente zur Erfassung der wundbezogenen Lebensqualität von Menschen mit chronischen Wunden allgemein sowie mit Dekubitus

E.-M. Panfil

Wundmanagement 2015; 9 (5): 194–198.

Schlüsselwörter: Lebensqualität, Chronische Wunde, Dekubitus, Assessment

Der Begriff der Lebensqualität hat im Rahmen der Versorgung von Menschen mit chronischen Krankheiten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Lebensqualität kann mit Hilfe standardisierter Assessmentinstrumente gemessen werden. Ziel der folgenden Übersicht ist es, häufig verwendete Messinstrumente zur Erfassung der Lebensqualität von Menschen mit chronischen Wunden allgemein sowie mit Dekubitus vorzustellen. Als generische Instrumente sind am bekanntesten das Nottingham Health Profile (NHP), das Short Form 36 Health Survey (SF-36) bzw. dessen Kurzform (SF-12) und der EQ-5D. Krankheitsspezifische Assessments sind der Cardiff Wound Impact Schedule CWIS, der Würzburger Wundscore WWS, der FLQA-w, der WTELQ sowie der Wound-QoL. Das wohl aktuellste Messinstrument ist der Wound-QoL. Er wurde auf Basis und u. a. von den Autoren des CWIS, des FLQA-w sowie des WWS entwickelt und stellt damit eine Weiterentwicklung dieser Instrumente dar. Der bisher nur in englischer Sprache vorliegende Pressure Ulcer Quality of Life Questionnaire (PU-QOL) ermöglicht die Erfassung der krankheitsspezifischen Lebensqualität von erwachsenen Patienten mit Dekubitus jeder Lokalisation und Schwere. Die meisten Instrumente zur Messung der Lebensqualität werden vor allem im Rahmen von klinischen Studien als Zielkriterien für die Auswirkungen von speziellen Therapien eingesetzt und weniger in der alltäglichen Praxis. Deswegen gibt es vergleichsweise wenige Erfahrungen zu dessen Praktikabilität im klinischen Alltag.

Fallbeispiel

Wenn das Leben zur Wunde wird - Bewältigung von chronischer Krankheit im Lebensprozess

M. Gerber

Wundmanagement 2015; 9 (5): 199–203.

Schlüsselwörter: Compliance, Adhärenz, Noncompliance, Nonadhärenz, gesundheitsförderliches Verhalten, Corbin-Strauss-Modell, chronische Krankheit im sozialen Kontext, D. Orem, individuelle Normalität

Chronische Wunden bestimmen häufig den Alltag der betroffenen Menschen. Sie können ihr Leben nicht mehr wie gewohnt führen, da die Wunde selbst und/oder die notwendigen Therapien sie bei der Lebensführung einschränken. Compliance und gesundheitsförderliches Verhalten wird ihnen von den Therapeuten aus Medizin und Pflege abverlangt. Einsicht in notwendige Maßnahmen, wie Kompressionswickel, druckentlastende Schuhe, Änderung von Ernährungsgewohnheiten u. a. ist noch nicht gleichzusetzen mit der Umsetzung derselben. Eine chronische Wunde kann zum lebenslangen Prozess werden. Therapeuten tun gut daran, den Blick nicht nur auf die aktuelle Wundsituation zu richten, sondern auch das Lebensumfeld, kognitive und finanzielle Möglichkeiten und Befindlichkeiten des Betroffenen im Fokus zu haben. Auch dem sozialen Umfeld kommt eine wichtige Bedeutung zu. Die Angehörigen sind häufig diejenigen, die Maßnahmen umsetzen und sowohl im positiven als auch im negativen Sinne auf den Betroffenen einwirken können. Auch sie sind enormen Belastungen ausgesetzt und nicht immer sind das Empfinden der jeweiligen Situationen kongruent mit dem Empfinden des betroffenen selbst. Corbin und Strauss haben bereits in den 80er Jahren ein Modell der Verläufe von chronischer Krankheit entwickelt, welches versucht, diesen Kontext in Familie und sozialem Umfeld herzustellen. Das Gegenteil von Compliance, bzw. Adhärenz ist nicht automatisch Noncompliance, bzw. Nonadhärenz. Viele Faktoren haben einen Einfluss darauf, wie gut oder schlecht der Betroffenen an den notwendigen Maßnahmen zur Abheilung der Wunde mitarbeitet. Er möchte sein Leben so normal wie möglich weiterleben. Für die Pflegetheoretikerin D. Orem steht die „Normalität“ eines zu pflegenden Menschen immer im Mittelpunkt. An der individuellen Normalität sollten sich alle notwendigen Maßnahmen ausrichten und gegebenenfalls adaptiert werden. Therapievorgaben sind im Hinblick darauf immer zu prüfen, wie sie in den Alltag zu integrieren sind und welchen Einfluss das soziale Gefüge des Betroffenen hat. Kann man auf Angehörige bauen, die mithelfen den Betroffenen zu motivieren. Sie können häufig Defizite kompensieren. Ganzheitliche Sichtweise ist hier gefragt, damit das Leben nicht zur Wunde wird.

Aus der Praxis

Aspekte der Verbesserung der Lebensqualität bei einem Wundpatienten mit Suchthintergrund

I. Büdenbender

Wundmanagement 2015; 9 (5): 204–210.

Schlüsselwörter: Chronische Wunde, Drogensucht, Lebensqualität, Therapietreue

In der Drogen-Therapeutischen Ambulanz des Gesundheitsamtes Düsseldorf werden Drogenabhängige, die im etablierten Gesundheitssystem nicht erreicht werden können, medizinisch erst- und grundversorgt. Das Rahmenkonzept sieht weiterhin eine somatisch/psychiatrische Krisenintervention und Maßnahmen zur Prävention vor. Anhand eines Fallbeispiels werden Probleme, Maßnahmen und Schlussfolgerungen in der Wundversorgung und Lebensbegleitung von Drogenabhängigen aufgezeigt.

Blickpunkt

Was hindert den Patienten daran, unsere Behandlung zu akzeptieren? Motivationsförderung in der Wundbehandlung – Praktische Beispiele

V. Gerber

Wundmanagement 2015; 9 (5): 211–214.

Schlüsselwörter: Motivationsförderung, chronische Wunden, Wundheilungshemmende Faktoren, Adhärenz, Schmerztherapie

Wer Patienten mit chronischen Wunden behandelt, kennt das Problem: Die Therapiemaßnahmen wurden mit dem Patienten gemeinsam festgelegt, die Notwendigkeit erklärt – aber der Patient macht nicht mit! Ohne sein Zutun wird die Therapie nicht greifen und der Erfolg ausbleiben. Das verursacht enorme Kosten im Gesundheitssystem und frustriert die Behandler. Der Fokus der Betrachtung sollte nicht auf die Wunde gerichtet werden, sondern auf den Menschen, der eine chronische Wunde ertragen muss. „Was macht die Wunde mit dem Menschen?“ solche Fragen führen auf den Weg in die Richtung, den Patienten in seine Behandlung einzubeziehen. Wenn die Ursache für eine fehlende Mitarbeit identifiziert ist kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Einfühlungsvermögen, Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten sowie eine individuelle Therapieplanung sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Intervention.

Konsensusempfehlung

Empfehlungen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in der Behandlung des Ulcus cruris unter Praxisbedingungen

Augustin M., Blome C., Storck M., Dissemond J., Heyer K., Herberger K., Mayer A., Wild T., Debus S., Schmitt J. und die Konsensusgruppe

Schlüsselwörter: Lebensqualität, Ulcus cruris, Konsensusempfehlungen

Pflegelexikon

Analyse der lokalen Wundsituation, Teil 1

K. Protz

Cochrane Pflege Corner

Risikoskalen zur Erfassung der Dekubitus- gefährdung, um ein Druckgeschwür zu verhindern

E.-M. Panfil

Nachrichten der ICW e. V.

  • Versorgungsvertrag zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden am Klinikum Gütersloh gGmbH
  • Mitglieder werben Mitglieder
  • Bilder der Wundexperten aus der Praxis
  • Neues zum ICW e. V. Wundsiegel

Nachrichten der SAfW

  • Home Care Wound Care – Ein Dokument der EWMA

Veranstaltungsberichte

  • 18. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung (DGfW) e. V. in Ludwigshafen