MHP

Wundmanagement 1/2016

Aktuelles

  • Wundexperten fordern ein Deutsches Wundregister zur Verbesserung der Datenlage und der Versorgungsstrukturen
  • Nachtschicht im Altenheim: Alleinverantwortlich für 52 Bewohner

Übersicht

Lokale Therapieoptionen für die Verbesserung der Sauerstoffversorgung in Wunden

K. Kröger, P. Engels, J. Dissemond

WundManagement 2016;10(1):7–12

Schlüsselwörter: Granulox®, Oxycare®, Natrox®, Oxyzyme®

Damit eine Wunde heilen kann, brauchen die Zellen ausreichende Mengen an Sauerstoff. Wundheilung geht grundsätzlich mit einem stark erhöhten Sauerstoffbedarf einher. Der Grund ist die Vielzahl von biochemischen und zellulären Prozessen in jeder Phase der Wundheilung, die essentiell von einer ausreichenden Sauerstoffversorgung abhängig sind. Derzeit sind in Deutschland verschiedenen Optionen der lokalen Sauerstofftherapie chronischer Wunden verfügbar: 1. Sauerstofftransport in Wunden durch Sauerstofftransporter (Beispiel Granulox®), 2. Therapie mit leichtem Sauerstoffüberdruck (Beispiel OxyCare®), 3. Therapie mit kontinuierlicher Sauerstoffbegasung ohne Überdruck (Beispiel Natrox®), 4. Sauerstoff freisetzende Wundauflagen (Beispiel Oxyzyme®). Alle Verfahren setzen voraus, dass die Wunden vor der Behandlung sorgfältig gereinigt und debridiert wurden. Ausschließlich Granulox® nimmt für sich in Anspruch, den verbliebenen Flüssigkeitsfilm auf den Wunden, der den Sauerstoff daran hindert, direkt an die Zellen zu gelangen, zu durchbrechen. Die anderen Verfahren erhöhen zwar das lokale Sauerstoffangebot, geben aber keine Erklärung dazu wie dieser Sauerstoff die Zellen erreicht. 

Originalarbeit

Wie behandeln Sie diese Wunde?

B. Jäger, K. Kröger, C. Schwarzkopf

WundManagement 2016;10(1):13–18

Schlüsselwörter: Dekubitus, klinisch bewertetes Handeln, Fragebogen, Debridement

Hintergrund: Bedingt durch die unterschiedlichen ärztlichen und pflegerischen Versorgungsstrukturen und die Individualität der Betroffenen ist es schwierig, einen einheitlichen Standard der Versorgung von chronischen Wunden zu definieren. Wenn es aber keinen Standards gibt, wird häufig nach dem „klinisch bewerten Handeln“ gefragt. Um dies zu erfassen, wurde im Rahmen des 6. ICW-Süd-Kongresses im März 2015 in Würzburg und des „Wund-Pflege-Experten“ Symposiums im Juli 2015 in Valley eine zweiteilige Befragung durchgeführt bei der anhand von 5 Fotos gezielt nach der Art und Notwendigkeit der lokalen Behandlung eines Dekubitus gefragt wurde. Insgesamt 56 Teilnehmer füllten den Fragebogen anonym aus. Im zweiten Teil wurde in Sitzungen mit etwa 109 Teilnehmen über vorgegebene Empfehlungen abgestimmt.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass gemeinsam konkrete Empfehlungen zu spezifischen Wundsituationen formuliert werden können, welche als Basis für strukturübergreifende Standards dienen könnten. Die Fragebogenaktion lässt aber auch Fehlentwicklungen erkennen. So ist die Anwendung eines autolytischen Debridements mittels Hydrogel bei dem superinfizierten Dekubitus nicht nachzuvollziehen, da es der Ausbreitung der Infektion Vorschub leistet.

Fazit: Es scheint sinnvoll anhand einzelner Fälle konkretes Handeln zu erfassen und vor größeren Auditorium zu hinterfragen. Abschließend bleibt die Frage ob solch eine gemeinsame Vorgehensweise der richtige Weg ist, die so genannte „Best Medical Practice“ zu erfassen oder gibt es bessere Vorgehensweisen. Dazu besteht weiterer Klärungsbedarf.

Produkt Fokus

Cuticell Contact in der täglichen Praxis – multizentrische klinische Bewertung einer Silikonwundauflage

A. Süß-Burghart, K. Zomer, D. Schwanke

WundManagement 2016;10(1):19–24

Schlüsselwörter: Silikone, Wundauflage, Exsudat, Granulationsgewebe, Schmerzmessung

Ziel: Klinische Bewertung der Leistung von Cuticell Contact, einer primären Wundauflage auf Silikonbasis.

Hintergrund: Primäre Wundauflagen, mit denen Exsudat abgeleitet und beim Verbandwechsel das Wundbett geschützt werden kann, sind ein wichtiges Hilfsmittel in der Wundbehandlung. Silikonauflagen sind auf Grund ihrer hervorragenden Anpassungsfähigkeit, der schmerzfreien Verbandwechsel und der geringen Toxizität besonders interessant. Cuticell Contact ist eine Wundauflage auf Silikonbasis, die diese wünschenswerten Eigenschaften haben sollte.

Methode: In dieser Bewertung wurden in 8 Zentren in ganz Deutschland und den Niederlanden 38 Patienten mit 40 Wunden verschiedener Ätiologie und anatomischer Lokalisation mit Cuticell Contact und sekundären Verbänden behandelt und ­beobachtet. Die Beobachtungsphase dauerte 2–42 Tage (Durchschnitt: 21 Tage, Median: 18 Tage). Am Ende der Beobachtung wurde Cuticell Contact auf seine Durchlässigkeit für Exsudat, auf Nichtanhaften am Wundbett, Schmerzen beim Verbandwechsel und allgemeine Leistung hin beurteilt. Der Zustand des Wundbetts, der Wundfläche und die Exsudatmenge wurden zur Baseline festgehalten, dann bei jedem Verbandwechsel und am Ende der Bewertung. Außerdem wurden der Zustand des Wundrands und der Wundumgebungshaut dokumentiert.

Ergebnisse: Wunden, die mit Cuticell Contact behandelt wurden, zeigten eine Verbesserung im Wundbett. Dies wurde belegt durch einen Anstieg des Anteils an Wunden mit vollständiger Granulation von 12,5 % (n = 40) auf 26,5 % (n = 34) und der Wunden mit partieller oder vollständiger Epithelisierung von 35 % auf 82,4 %. Cuticell Contact wurde am Ende der Beurteilung in 91,2 % der Fälle für nicht an der Wunde haftend befunden (n = 34). 93,3 % der Verbandwechsel (n=104) wurden als schmerzfrei eingeordnet. Die Wundfläche verringerte sich durchschnittlich um 19, 9 %. Cuticell Contact wurde in 82,4 % der Antworten bezüglich der Durchlässigkeit für Wundexsudat als zufriedenstellend bewertet, und auch die allgemeine Zufriedenheit mit der Leistung der Wundauflage lag bei 82,4 %.

Schlussfolgerung: Cuticell Contact ist eine weiche Silikonauflage, die einfach im Gebrauch ist, die Wundheilung durch Schutz des Wundbetts wirksam unterstützt und atraumatische Verbandwechsel ermöglicht.

 

 

Pflegelexikon

Wunddokumentation – Anamnese und Assessment, Teil 1

K. Protz

Cochrane Pflege Corner

Wundteams zur Prävention und Behandlung eines Dekubitus

E.-M. Panfil

Images

Hypertrophe Narben und Keloide

J. Dissemond

Nachrichten der ICW e. V.

  • ICW fördert fünf Projekte
  • 10 Jahre Deutscher Wundkongress – 2016 integriert in den Europäischen Wundkongress
  • Stellungnahme zum Thema „Vorfußentlastungsschuh bei Diabetischem Fußsyndrom“ als Sonderdruck erhältlich
  • Initiative chronische Wunden nimmt als Fachgesellschaft Stellung vor dem Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages
  • Neues vom ICW e. V. Wundsiegel
  • Einladung zur Mitgliederversammlung 2016

Nachrichten der SAfW

  • Zum neuen Jahr

Nachrichten des Wundzentrum Hamburg e. V.

  • Bericht von der 55. Mitgliederversammlung des Wundzentrum Hamburg e. V. am 10.12.2015

Veranstaltungen

  • 6. Internationaler Wundkongress D-A-CH-EE 21./22.11.2015 in Regensburg
  • 8. Interdisziplinärer Wundkongress in Köln