MHP

Wundmanagement 3/2016

Aktuelle Ausgabe

  • Ursachen und Therapie von Nagelerkrankungen
  • Selbstmanagement der Patienten durch Mikroschulung unterstützen
  • Vergleichsstudie zu zwei antimikrobiellen Wundauflagen bei infizierten Beingeschwüren: Eine Pilotstudie

Aktuell

  • Rekordzahlen für Europäischen Wundkongress 2016
  • Pflege in Zeiten des demographischen Wandels am Beispiel der Versorgung chronischer Wunden
  • Moderne Wundversorgung hilft, Patienten vor chronischen Wunden zu bewahren
  • Plasmatherapie – Zukunft der Wundbehandlung?

Medizin & Fußpflege

Ursachen und Therapie von Nagelerkrankungen

O. Mainusch

WundManagement 2016;10(3):124–131.

Ein genauer Blick auf Zehen- oder Fingernägel lohnt sich meistens. Veränderungen und Auffälligkeiten können Hinweise auf Erkrankungen des gesamten Körpers geben und häufig zu beobachten. Dr. Oliver M. Mainusch und Prof. Dr. Eckart Haneke vermitteln theoretisches Hintergrundwissen, ordnen sichtbare Veränderungen ein und erläutern Therapiemöglichkeiten.

Aus der Praxis

Selbstmanagement der Patienten durch Mikroschulung unterstützen

Ch. Meier-Ernst, K. Tschanz, I. A. Frei

WundManagement 2016;10(3):132–135.

Schlüsselwörter: Operation nach Kocher bei Unguis incarnatus, Edukation, Mikroschulung, Cognitive Apprenticeship

Patienten zu befähigen, selbststständig den Verbandwechsel bei einer Operation nach Kocher durchzuführen, war ein Mikroschulungsprojekt in einem chirurgischen Ambulatorium. Einführend werden pathophysiologische Informationen sowie Erläuterungen zur Operation nach Kocher bei einem Unguis incarnatus, der abteilungsinterne Aufbau einer Mikroschulung sowie deren Umsetzung mit Patienten und Pflegefachpersonen beschrieben. In der Umsetzung der Mikroschulung auf der Abteilung legen wir Wert auf das gemeinsame Vorgehen mit dem Patienten. Wir unterstützen den Patienten im Erkennen seiner Ressourcen, beim Festlegen von erreichbaren Zielen sowie bei der praktischen Ausführung und unterstützen ihn das adäquate Fachwissen zu erlangen. Die Rückmeldungen der Patienten zeigten uns, dass wir mit diesem Vorgehen der Mikroschulung ihrem Bedarf entsprechen und wo wir das Angebot verbessern konnten. Für die Pflegefachpersonen werden Fallbesprechungen und regelmäßig interne Fortbildungen zum Thema Edukation angeboten. Leicht modifiziert kann der Mikroschulungsstandard der Abteilung bei anderen Wundbehandlungen angewendet werden.

Praxis

Vergleichsstudie zu zwei antimikrobiellen Wundauflagen bei infizierten Beingeschwüren: Eine Pilotstudie

G. Mosti, A. Magliaro, V. Mattaliano, P. Picerni, MD, N. Angelotti

WundManagement 2016;10(3):136–141.

Ziel: Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit einer Mikroorganismen-bindenden (MB) Wundauflage mit der einer silberhaltigen Hydrofaserwundauflage (silver-containing hydrofiber, SCH) in der Kontrolle der Bakterienlast stark besiedelter oder lokal infizierter chronischer Unterschenkelgeschwüre vor der chirurgischen Behandlung mit homologen Hauttransplantaten zu vergleichen.

Methode: Für eine randomisierte Vergleichsstudie in nur einem Zentrum wurden Patienten rekrutiert, die schwerheilende, kritisch besiedelte oder lokal infizierte Unterschenkelgeschwüre aufwiesen, die per Hauttransplantation behandelbar waren. Zu den Einschlusskriterien gehörten: Geschwüre vaskulärer Ätiologie, über 18 Jahre alte Patienten, Wundalter von ≥ 6 Monaten und Knöchel-Arm-Druck-Index (ABPI) › 0,6. Die Patienten wurden randomisiert eingeteilt für eine Behandlung mit SCH-Wundauflagen (Aquacel Ag) oder MB-Wundauflagen (Cutimed Sorbact). Die Verbände wurden über eine viertägige Beobachtungsphase täglich gewechselt und anschließend erfolgte eine Hauttransplantation. Aus dem Wundbett der Geschwüre wurden Abstriche genommen, um die Bakterienlast zum Zeitpunkt der Aufnahme (Tag bzw. Day 0, D0) und am Ende der Beobachtungsphase an Tag 4 (D4) quantifizieren zu können. Vor und während der Evaluierungsphase wurden keine Antibiotika verabreicht.

Ergebnisse: Beide Gruppen (n = 20 SCH, n = 20 MB) ähnelten sich bezüglich der Geschlechter- und Altersverteilung, der Pathophysiologie (beide hatten 15 Patienten mit venösen und 5 mit arteriellen Unterschenkelgeschwüren), der Größe der Geschwüre, des Alters der Geschwüre, der behandlungsbedingten Schmerzen und anfänglichen Bakterienlast. Eine Analyse der Variation in der Bakterienlast zeigte in beiden Gruppen eine signifikante Reduktion dieser Last bis D4. In der SCH-Gruppe fanden wir eine durchschnittliche Reduktion der Bakterienlast von 41,6 %, in der MB-Gruppe eine durchschnittliche Reduktion von 73,1 % (p ‹ 0,000001). Es wurden keine schweren Nebenwirkungen berichtet.

Fazit: Unsere Evaluierung bestätigte, dass MB- und SCH-Wundauflagen wirkungsvoll die Bakterienlast bei kritisch besiedelten oder lokal infizierten chronischen Unterschenkelgeschwüren reduzieren, ohne unerwünschte Ereignisse hervorzurufen, wobei MB-Wundauflagen signifikant effizienter sind.

 

 

Pflegelexikon

Kompressionstherapie, Teil 1

K. Protz

Cochrane-Pflege-Corner

Handschuhe, Kittel und Masken zur Reduktion der Übertragung von methicillinresistentem Staphylococcus aureus (MRSA) im Krankenhaus

E.-M. Panfil

Technik in der Wundbehandlung – „Dr. Gadget“

Wärmebildkamera am Smartphone in der Wundbehandlung

G. Riepe

Nachrichten der ICW e. V.

  • Viele Aktionen des ICW e. V. beim großen Europäischen Wundkongress in Bremen
  • Mitgliederversammlung und Vorstandswahl 2016
  • Neues vom ICW e. V. Wundsiegel

Nachrichten der Österreichischen Gesellschaft für Wundbehandlung (AWA)

  • Strategiemeeting/ Vorstandssitzung der AWA

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung (SAfW)

  • Podologieausbildung – aktueller Stand in Schweiz
  • Master in Wound Care: Quo vadis?
  • Globaler Tag der Händehygiene

Nachrichten des Wundnetz Kiel e. V.

  • 8. Kieler Wundsymposium am 2.03.2016

Nachrichten des Wundzentrum Hamburg e. V.

  • NACH dem Kongress ist VOR dem Wundtag in Hamburg – Save the date!

Veranstaltungen

  • 7. ICW-Süd / HWX Kongress in Würzburg vom 10.–12. März 2016
  • Internationale Salzburger Wundtage vom 7.–8. April 16
  • Mehr als 6.000 Teilnehmer beim Veranstaltungstrio „Europäischer Wundkongress“ in Bremen