MHP

Wundmanagement 05/2017

Aktuelles

  • Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“
  • Wundversorgung auf neuestem Stand
  • Das Pflaster redet mit
  • Klebstoff aus dem Meer leistet Erste Hilfe
  • Patienteninformation: Was, wenn evidenzbasierte Fakten dem ärztlichen Rat widersprechen?

Originalarbeit

Evidenz und praktische Wundversorgung – ein All-inclusive-Ansatz

K. F. Cutting*, R. J. White, R. Legerstee

WundManagement 2017; 11 (5): 220–227.

SCHLÜSSELWÖRTER: Evidenzbasierte Medizin, Biologische Plausibilität, Evidenzhierarchie, Wundversorgung, Cochrane Collaboration, Wahrheit und Medizin

Die Forderung nach einer evidenzbasierten Medizin setzt die Suche nach der besten verfügbaren Evidenz voraus. Aber was genau ist das? Konventionell ist der Goldstandard der Evidenz die randomisierte kontrollierte Studie (RCT), aber dieser Ansatz bietet nur begrenzten Zugang zu Evidenz, die für reale klinische Situationen relevant ist. Auf der Grundlage einiger Beispiele aus dem Bereich der Wundversorgung – feuchter Wundheilung, Unterdruck-Wundtherapie und Wundverbände aus Gaze – wird gezeigt, dass bei Berücksichtigung biologischer Erkenntnisse die putative «Wahrheit» für den Alltag relevanter wird. Sich auf der Suche nach der Wahrheit allein auf RCT zu verlassen, ist ein fehlgeleiteter Ansatz. Stattdessen sollte die Forschung auf ein zirkuläres anstatt auf ein hierarchisches Modell der Evidenz setzen.

 

 

Blickpunkt

Evidence based medicine in der Wundbehandlung – Hoffnung oder Illusion?

K.–C. Münter

WundManagement 2017; 11 (5): 228–230.

„Gemeinsam mehr Druck machen – aber dies an der richtigen Stelle!“

Gerhard Schröder

WundManagement 2017; 11 (5): 231–232.

Wie viele Patienten sind betroffen? Wie auch bei anderen Krankheiten, so sind die tatsächlichen Zahlen des Auftretens von Dekubitus nicht bekannt. In Krankenhäusern rechnet man mit ca. 10 Prozent aller Patienten, in Pflegeheimen bis zu 30 Prozent [1]. Problematisch wird es schon bei der Bestimmung der genauen Zahlen: Zählt man Dekubitus Kategorie 1 mit oder rechnet man erst ab offenen Wunden“, also Kategorie 2? Deutschlandweit gehen wir derzeit von rund 400.000 Patienten pro Jahr aus [2]. Da die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Dekubitus mit steigendem Alter zunimmt und in Zukunft immer mehr ältere Menschen mit längerer Immobilität zu befürchten sind, müssen wir in einigen Jahren höhere Zahlen von Dekubitus erwarten.

Druck von allen Seiten?

Doch Druck kommt auch von einer anderen Seite: Erfolgreiche Dekubitusprophylaxe hängt vor allem von qualifizierten und ausreichend vorhandenen Pflegekräften ab! Denn wer soll den Betroffenen Bewegen, Positionieren oder Anti-Dekubitusmatratzen einsetzen, wenn es Pflegekräfte nicht tun können? Doch die Realität macht Angst: In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Pflegekräfte in den Krankenhäusern rückläufig. In den Pflegeheimen besteht nach wie vor das Problem, geeignetes und motiviertes Personal zu finden. In der ambulanten Pflege werden die Maßnahmen der Dekubitusprävention nicht vergütet. All diese Vorstellungen bringen uns dazu, die vorhandene Situation nicht einfach hinzunehmen, sondern sich aktiv für eine bessere Versorgung der Betroffenen nachhaltig einzusetzen: Wir müssen mehr Druck machen, um die politischen Vorgaben endlich zu beeinflussen und zu verbessern!

Hier geht es zum vollständigen Artikel: 231_232_Schro-der_Druck_CC-Kopie (PDF, 235 KB) 

Hätten Sie‘s gewusst?

Lösungsvorschlag zu „Klassifizierung von Dekubitalulzerationen anhand der Fotodokumentation“ aus der Ausgabe 02/2017

S. Kruschwitz, K. Kröger

In Ausgabe 02/2017 hatten wir Sie dazu aufgefordert, anhand von 8 Bildern eine Aussage zum Dekubitus zu treffen. Die Frage zu jedem Bild war, ob ein Dekubitus vorliegt und wenn ja, welcher Kategorie er zuzuordnen sei. In der aktuellen Ausgabe von Wundmanagement (Ausgabe 05/2017) finden Sie nun die Lösungen. Wenn Sie sich jetzt noch einmal selbst testen möchte, können Sie sich hier den Artikel herunterladen und ausdrucken: Kruschwitz_Dekubitusklassifikation (PDF, 819 KB)

Fallbeispiel

Die Verwendung von PVP-Jod-Wundprodukten im chirurgischen Alltag

S. Langer, I. Chaberny, E. Aydogan, C. Beescho, N. Spindler

WundManagement 2017; 11 (5): 236–240.

SCHLÜSSELWÖRTER: Wundheilung, chirurgisches Wundmanagement, antiseptische Wundauflagen, PVPJod, Plastische Chirurgie

Das chirurgische Wundmanagement stellt eine hohe Anforderung an die verwendeten Wundprodukte, insbesondere an antiseptisch wirkende, wundabdeckende Gele oder Salben. Chirurgisches Wundmanagement muss als interdisziplinäre Maßnahme und Indikation gesehen werden, z. B. wenn eine Wunde konservativ keine Dynamik zeigt und eine chirurgische Therapie notwendig wird. Das Portfolio der für das konservative Wundmanagement zur Verfügung stehenden spezialisierten Wundauflagen und Medizinprodukten ist ein anderes als es für das Management chronischer Wunden zur Verfügung steht. Für einen standardisierten wundchirurgischen Betrieb wird das Portfolio von Wundprodukten reduziert und meist verbleiben weniger als 10 Wundprodukte für die Behandlung vor und während der operativen Therapie übrig. Ganz bewusst muss bei der Auswahl der Wundauflagen zwischen der chirurgischen und der konservativen Behandlung unterschieden werden. Im klinischen Alltag haben sich neben modernen, transparenten antiseptischen Gelen Polyvenylpovidone (PVP)-Jodprodukte stets bewährt und sollten nicht aus dem klinischen Alltag entfernt werden.

 

Konsensus

Die Oppenheimer Erklärung II  – Konsensus-Statement 2017

Eine Initiative der AG Diabetischer Fuß der DDG, Korrespondierender Autor: J. Kersken

Pflegelexikon

Klassifikationssysteme von Wunden und deren Grunderkrankungen, Teil 2

Kerstin Protz

Initiative Chronische Wunde e. V.

  • Erstmals schult die Initiative Chronische Wunden (ICW e.V.) internationale Seminarleiter
  • Förderprojekt der Initiative Chronische Wunden 2017 – Ausschreibung
  • Know How zu gewinnen!
  • ICW-Wundexpertenkurse bei Asklepios im Juni mit zwei Jubiläen
  • Aus den regionalen Arbeitsgruppen
  • Neues vom ICW e. V. Wundsiegel

Wundzentrum Hamburg e. V.

Liebe Freundinnen und Freunde des Wundzentrum Hamburg e. V.,

am 23.1.2014 verstarb einer der Gründer des Wundzentrum Hamburg e. V., unser langjähriges Vorstandsmitglied Dr. med. Elmar Schäfer (Bild rechts). Er hatte vor über 15 Jahren die Vision, die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden in der Region Hamburg grundlegend zu verbessern. Vom ersten Tag des Bestehens unseres Vereines bis zu seinem viel zu frühen Tode engagierte sich Dr. Schäfer mit klugen strategischen Ideen, aber auch mit ganz praktischer Arbeit für jene, die unter chronischen Wunden leiden. Ohne seine kontinuierliche Arbeit wäre das Wundzentrum Hamburg e. V. nicht der lebendige und erfolgreiche Verein, der heute auch weit über die Grenzen Hamburgs bekannt ist. Viele von uns haben mit Dr. Schäfer einen engen persönlichen Freund verloren. Allen fehlt sein stets kluger, immer freundlicher Rat, seine Begeisterung für die Sache der Wundbehandlung und seine ganz praktische, tatkräftige Mitarbeit. Der jetzt erstmals ausgeschriebene „Elmar-Schäfer-Wundpreis“ soll dauerhaft an Dr. Schäfer erinnern. Er soll dazu anregen, sich mit Fantasie und Kreativität mit der Versorgung von Wundpatienten in allen möglichen Aspekten auseinanderzusetzen. Ganz im Sinne des Namensgebers gibt es dafür keine hohen Eingangshürden, keine geforderte berufliche Qualifikation und nur wenige technische Vorgaben. Jeder kann sich beteiligen, es geht nicht um die Größe der Projekte sondern um die zündende Idee. Vorstand und Beirat des Wundzentrum Hamburg e. V. wünschen sich möglichst viele Einsendungen. Wenn auch nicht jede gleich im ersten Anlauf zum Gewinn führen kann, so sind wir doch sicher, dass alleine die Suche nach neuen Wegen, vielleicht auch und gerade in Teamarbeit, die planvolle Ausarbeitung eines Gedankens und der Beginn der praktischen Umsetzung allen Teilnehmern viel Freude bereiten wird. Wir dürfen sicher sein, mit der Ausschreibung des Preises (s. nächste Seite) auch im Sinne von Dr. Schäfer zu handeln und drücken allen Bewerbern fest die Daumen!

Mit herzlichen Grüßen,

Dr. med. Christian Münter 1. Vorsitzender des Wundzentrum Hamburg e. V.

SAfW

  • Neue AWMF Leitlinie Lymphödem
  • SAfW am 2. WundD.A.CH Dreiländerkongress

WundD.A.CH

  • Herzlich willkommen zum 2. WundD.A.CH Dreiländerkongress