MHP

Zentralsterilisation 5/2008

Aktuell

  • - Aus dem Normenwerk: Maschinen

    - Aufbereitung mit System: Techniken, Qualität und Risikobeherrschung. DGSV-Kongress, 2. – 4. Oktober 2008, Fulda

    - Leitlinie zur Validierung maschineller Reinigungs- und Desinfektionsprozesse zur Aufbereitung flexibler Endoskope – Gründung einer Arbeitsgruppe zur Prüfung der Reinigungsleistung

    - QM und Zertifizierung in der ZSVA. Praxis-Seminar im Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam

Originalarbeit

  • Identifizierung von chirurgischen Instrumenten anhand von Data-Matrix-Codes. Zuverlässigkeit der Laser- und Mikroperkussions-

    F. Kramp*, F. Laugerette, V. Archer, A. Astier

    Das Ziel dieser Studie bestand darin, die Zuverlässigkeit der einheitlichen Markierung von chirurgischen Instrumenten durch Data Matrix Codes zu prüfen, die per Nadelprägung oder Laser hergestellt wurden. Wir beauftragten vier verschiedene Anbieter mit der Markierung von 120 Edelstahl-Instrumenten, zwei mittels Nadelprägung und drei mittels Laser; die Gesamtzahl der markierten Codes betrug 204. Wir überprüften die Lesbarkeit der Codes im Laufe der Sterilisationszyklen sowie längerer Vordesinfektionen und Immersionen in 1 N Natronlauge. Am Ende des Beobachtungszeitraums schwankte die Lesbarkeit der Codes je nach Anbieter zwischen 32% und 100%. Eine oberflächliche Laser-Markierung veränderte sich rasch und löste sich anschließend auf. Bei den anderen Codetypen kam es zu keinen nennenswerten Veränderungen durch Korrosion oder Verschleiß. Beide Markierungsverfahren haben sich somit hervorragend bewährt. Probleme bei der Lesbarkeit konnten auf die Einstellung des Markierungssystems (Größe der Codes, Wahl des Nagelprägungs-Stylus, Positionierung des Codes auf dem Instrument), auf den Oberflächenzustand der Instrumente und auf die Parametrierung des Lesegerätes für Data Matrix Codes zurückgeführt werden. Die aeronautische Norm EN 9132 hat sich als hilfreiches Bezugssystem erwiesen, das im Hinblick auf die Definition der Markierungsspezifikationen auf chirurgische Instrumente übertragen werden kann.

Aus der Praxis

  • Untersuchung chemischer Indikatoren für die Prionenwirksamkeit in einem Vorvakuum-Autoklaven mit einem Funk-Datenloggersystem

    Y. Uetera*, Y. Saito, K. Ide, H. Yasuhara, N. Kumada, R. Saito

    Chemische Indikatoren zum Nachweis der Prionenwirksamkeit eines Sterilisationsprozesses, kurz: Prionenindikatoren, verfärben sich nach der Einwirkung von feuchter Hitze bei 134 °C über 18 Minuten in einem speziell konzipierten Test-Sterilisator (Resistometer). Der Zyklusablauf in diesem Gerät unterscheidet sich deutlich von den Zyklen in Krankenhaus-Autoklaven. So muss ein Dampf-Resistometer beispielsweise die erforderliche Sterilisationstemperatur in weniger als 10 Sekunden nach Dampfzugabe erreichen. In der vorliegenden Studie wurden chemische Prionenindikatoren im Vorvakuum-Autoklaven unseres Krankenhauses mit einem Funk-Datenloggersystem getestet.

     

    Dabei wurden chemische Indikatoren von zwei verschiedenen Herstellern verwendet. Jeweils sechs Stück pro Hersteller wurden zusammen mit dem Funklogger in einen mehrmals verwendbaren starren Container gelegt. Dieser Container wurde in unserem Vorvakuum-Autoklaven mit dem folgenden Routineprogramm dampfsterilisiert: drei Vorvakuumphasen, Sterilisation bei 135 °C über 16 Minuten, 40-minütige Trocknungsphase. Dieser Test wurde dreimal wiederholt. Unmittelbar nach Abschluss des Sterilisationsprogramms wurden die chemischen Indikatoren untersucht und die Temperaturmessungen ausgewertet.

     

    Alle chemischen Prionenindikatoren verfärbten sich in allen Tests zufriedenstellend. Die F0-Werte lagen zwischen 478 und 510. Der Temperaturanstieg von 120,0 °C auf 134,0 °C benötigte zwischen 2 Minuten, 25 Sekunden, und 2 Minuten, 54 Sekunden. Die Haltephase bei 134 °C dauerte zwischen 15 Minuten, 2 Sekunden, und 15 Minuten, 37 Sekunden, wobei während der Sterilisierphase Maximaltemperaturen von 136,1 – 136,4 °C erreicht wurden.

     

    Mit dieser Studie konnte festgestellt werden, dass sich die chemischen Prionenindikatoren in unserem Vorvakuum-Autoklaven trotz einer Haltephase bei 134,0 °C von weniger als 18 Minuten zufriedenstellend verfärbten. Die Studie lieferte außerdem Hinweise darauf, dass die Phase bis zum Erreichen der Sterilisiertemperatur deutlich länger als 10 Sekunden dauerte.

     

    Die vorliegende Studie legt nahe, chemische Indikatoren vor dem Einsatz in Krankenhaus-Autoklaven unter Beobachtung der physikalischen Parameter Temperatur und Zeit zu testen. Ein Funk-Datenloggersystem scheint für diesen Zweck gut geeignet zu sein.