MHP

Zentralsterilisation 1/2008

Originalarbeit

  • Inaktivierung von Prionen auf Oberflächen aus Instrumentenstahl durch Niedertemperatursterilisation mit Wasserstoffperoxid-Plasma

    Z.X. Yan, L. Stitz, P. Heeg, K. Roth, P.-S. Mauz

    Pathologische Prionproteine (Prionen), die Erreger übertragbarer spongiformer Enzephalopathien (TSE), werden nicht nur im Zentralnervensystem, sondern auch in extraneuralen Geweben nachgewiesen und sind äußerst widerstandsfähig gegenüber den meisten herkömmlichen Sterilisationsverfahren in Krankenhäusern. Wiederverwendbare chirurgische Instrumente müssen daher als potenzielle Quellen einer iatrogenen Übertragung gelten. Das Scrapie-Modell mit syrischen Goldhamstern wurde als Bioassay verwendet, um Aufbereitungsverfahren für chirurgische Instrumente hinsichtlich ihrer Prionenwirksamkeit zu validieren. Mit Gehirnhomogenat kontaminierte Drähte aus Instrumentenstahl wurden dampfsterilisiert oder bei niedrigen Temperaturen mit alkalischen Reinigern oder Enzymreinigern alleine bzw. in Kombination mit Wasserstoffperoxid-Plasma-Sterilisatoren (Sterrad 100S und Sterrad NX) aufbereitet. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass eine Inaktivierung der Prionen bei niedrigen Temperaturen sogar mit einem einzigen Schritt erreicht werden kann.

  • Evaluierung von Niedertemperatur-Wasserstoffperoxid-Plasma (NTP)-Sterilisationsverfahren

    M. Borneff-Lipp, A. Kaetzke, M. Dürr

    Verschiedene Technologien von Niedertemperatur-Plasma (NTP)-Sterilisationsverfahren wurden in den letzten Jahren sowohl für den Einsatz in Zentralen Sterilgutversorgungsabteilungen, als auch für dezentrale, ggf. mobile Einheiten auf dem Markt angeboten.

    Ziel der vorliegenden Untersuchungen war eine Wirksamkeitsprüfung anhand praxisnaher Modell-Prüfkörper in 3 verschiedenen Niedertemperatur-Wasserstoffperoxid-Plasma (STERRAD) Gerätegenerationen. Die Testungen erfolgten gemäß DIN EN ISO 14937 unter Einsatz des Halbzyklus-Verfahrens („overkill“). Es wurden zusätzlich starre und flexible Endoskope geprüft, die Evaluierung erfolgte unter qualitativen und quantitativen Aspekten. Keimträger wurden mit Sporen von Geobacillus stearothermophilus ATCC 7953 inokuliert und in die Mitte des Lumens verschiedener Modell-Prüfkörper und Endoskop-Arbeitskanäle platziert.

    Im Ergebnis konnte in allen Fällen ein Sterilitätssicherheitsniveau von 10-6 bestätigt werden. Somit erfüllen alle Geräteversionen die gestellten Anforderungen; die neue Generation STERRAD NX zeigt sich dabei im Vorteil hinsichtlich der Sterilisationsleistung bei engeren Lumen und größeren Längen von Instrumenten bei gleichzeitig verkürzter Zykluszeit.

Kurzmitteilungen

  • Korrosionsuntersuchungen bei in Alkazyme® eingeweichten Instrumenten

    B. Hosten, C. Judel, P. Blouin, B. Besnard, G. Nicolaos*, A. Fabreguettes

    Ziel dieser Untersuchung war es, die Korrosion bei Instrumenten zu untersuchen, die entweder in Alkazyme® oder in Wasser eingeweicht worden waren. Gebrauchte Instrumente in Standard-Qualität (n = 7) und neue oder gebrauchte Instrumente in OP-Qualität (n = 8) wurden entweder in Alkazyme oder in Wasser eingeweicht. Die betrachteten Einweichzeiten (jeweils dreimal wiederholt) waren 20 Minuten, 12 Stunden, 24 Stunden, 48 Stunden und 7 Tage. Gesamtwasserhärte und pH-Wert wurden gemessen. Für die Bewertung der makroskopischen und mikroskopischen Korrosion wurden drei Korrosionsstufen definiert: 1 – gering, 2 – mittel, 3 – schwer. Anzeichen von Korrosion wurden wie folgt festgestellt: Korrosionsstufe 1 bei 2 Instrumenten in Standard-Qualität, 20 Minuten in Wasser eingeweicht. Stufe eins bei 1 Instrument in Standard-Qualität, 12 Stunden in Alkazyme. Stufe 1 bei 2 gebrauchten Instrumenten in OP-Qualität, 20 Minuten in Wasser. Stufe 1 bei 1 gebrauchten Instrument in OP-Qualität, 20 Minuten in Alkazyme. Stufe 1 bei 2 neuen Instrumenten in OP-Qualität, 12 Stunden in Wasser. Bei neuen Instrumenten in OP-Qualität, die in Alkazyme eingeweicht wurden, wurde keine Korrosion festgestellt. In den Alkazyme-Gruppen betrugen die Gesamtwasserhärte 0 mg/l CaCO3 und der pH-Wert 10. In den Wasser-Gruppen betrugen die Wasserhärte 15 mg/l CaCO3 und der pH-Wert 7. Die Unterschiede in pH-Wert und Gesamtwasserhärte könnten erklären, warum die Korrosion der Instrumente nach Einweichen in Alkazyme geringer war als nach Einweichen in Wasser.

Empfehlungen

  • Empfehlungen des AK »Qualität« Überprüfung der Validierprotokolle von RDG-Prozessen auf Vollständigkeit