MHP

Zentralsterilisation 2/2008

Originalarbeit

  • Validierung der zweifachen Reinigung von invasiven Medizinprodukten

    C. Viard, C. Vadrot, V. Planas, J.C. Darbord*

    Die Reinigung gilt heutzutage als essentieller Prozessschritt bei der Aufbreitung von wiederverwendbaren Medizinprodukten. Grund für diese Bewertung ist in erster Linie das Risiko einer iatrogenen Übertragung von unkonventionellen übertragbaren Krankheitserregern (NCTA). In Frankreich wurde mit Rundschreiben Nr. 100 vom 11. Dezember 1995 auf die Bedeutung des Reinigungsschrittes hingewiesen; Thema dieses Rundschreibens waren Vorsichtsmaßnahmen, die im Hinblick auf das Risiko einer Übertragung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit in den Bereichen Chirurgie und Histopathologie einzuhalten sind. Rundschreiben Nr. 100 wurde durch die Rundschreiben Nr. 138 vom 14. März 2001 sowie Nr. 591 vom 17. Dezember 2003 ersetzt, in denen für Medizinprodukte, die für Aufbereitungsverfahren zur maximalen Inaktivierung von NCTA ungeeignet sind, eine zweifache Reinigung empfohlen wurde.

    Zur Zeit existieren keine standardisierten Methoden zur Evaluierung von Reinigungsverfahren. Das Ziel dieser Studie bestand daher darin, den Stellenwert und die Leistungsfähigkeit einer zweifachen Reinigung zu untersuchen. In dieser Studie kamen 16 verschiedene Reiniger oder Desinfektionsmittel für Medizinprodukte sowie eine Neuroprotein-haltige Prüfanschmutzung zum Einsatz. Mit Hilfe der gewählten Prüfanschmutzung sollte das Prionenrisiko nachgeahmt werden, das mit biologischen Materialen assoziiert ist, die bei operativen Eingriffen anfallen. Die Durchführung der Untersuchung erfolgte anhand eines Basisprotokolls sowie mehrerer Varianten dieses Basisprotokolls, um möglichst praxisnahe Bedingungen zu simulieren. Die Prüfung der Reinigungsaktivität erfolgte durch Messung der Eiweißrückstände mit Hilfe eines kolorimetrischen Nachweisverfahrens.

    Die mit dem Basisprotokoll erhaltenen Ergebnisse zeigten, dass eine wirksame Reinigungsaktivität nur mit Hilfe von alkalischen Produkten erzielt wurde. Eine deutliche Zunahme der Reinigungsaktivität wurde festgestellt, wenn höher konzentrierte Reinigungsmittel-Gebrauchslösungen zum Einsatz kamen und wenn das aufzubereitende Medizinprodukt vor dem Reinigungsschritt eingeweicht wurde. Darüber hinaus führte die Wiederholung der Zyklen „Reinigung-Spülen“ zu einer Verbesserung der Reinigungsaktivität. Die geprüften Varianten des Basisprotokolls hatten offenbar nur einen geringen Einfluss auf die Aktivität von enzymatischen oder schwach-alkalischen Reinigern.

    Die Ergebnisse unserer Untersuchungen haben die Überlegenheit der Reinigungsaktivität von alkalischen Produkten demonstriert. Dies spricht dafür, dass in Übereinstimmung mit Rundschreiben Nr. 100 aus dem Jahr 1995 alkalischen Reinigern der Vorzug gegeben werden sollte. Eine Steigerung der Reinigungsaktivität lässt sich durch Einsatz von höheren Reinigungsmittel-Gebrauchskonzentrationen sowie durch Wiederholung der Zyklen „Reinigung-Spülen“ erzielen.

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    M. Jung

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