MHP

Zentralsterilisation 3/2008

Aus der Praxis

  • Verringerte Wasserzufuhr zur Wasserring-Vakuumpumpe

    Y. Uetera*, Y. Saito, K. Ide, H. Yasuhara, N. Kumada, R. Saito, O. Takahashi

    Der Vakuumpumpe kommt in Vorvakuum-Autoklaven eine wichtige Rolle zu. Der vorliegende Bericht beschäftigt sich mit den Auswirkungen, die eine verminderte Wasserzufuhr zur Wasserring-Vakuumpumpe eines Vorvakuum-Autoklaven auf das Gerät hat.

    Unser Vorvakuum-Autoklav ist mit einer Wasserringpumpe als Vakuumpumpe ausgestattet. Der Hersteller des Sterilisators empfiehlt, der Vakuumpumpe 5 Liter Wasser pro Minute zuzuführen. Weiterhin wird empfohlen, dass der abschließende Druck nach den Vorvakuumphasen höchstens 80 mbar absolut betragen sollte.

    Da diese Werte mit dem fraktionierten Vorvakuum nicht erreicht wurden, musste unser Vorvakuum-Autoklav repariert werden. Dabei wurde festgestellt, dass der Vakuumpumpe Wasser nur mit 3,5 L/min zugeführt wurde. Daraufhin wurde das Durchflussventil in dem System, das die Vakuumpumpe mit Wasser speist, ausgetauscht. Das fehlerhafte Durchflussventil wies im Lumen Korrosion (Rost) in erheblichem Ausmaß auf.

    Nach dem Austausch des Durchflussventils verbesserte sich die Durchflussrate von 3,5 auf 4,5 L/min. Das höchste erreichte Vakuum verbesserte sich ebenfalls von 95,2 auf 54,5 mbar Absolutdruck in der nicht beladenen Sterilisationskammer. Die Norm EN 285:2006 fordert ein Vakuum von weniger als 70 mbar absolut.

    In Vakuum-Lecktests wurde außerdem bestätigt, dass sich das Vakuum nach der Reparatur von 96,3 auf 58,0 mbar absolut verbessert hatte. Die Vakuum-Leckrate betrug vor der Reparatur 0,08 mbar/min und danach 0,11 mbar/min. Laut dem in Großbritannien verbindlichen „Health Technical Memorandum 2010“ muss das Vakuum weniger als 70 mbar absolut und die Leckrate weniger als 1,3 mbar/min betragen.

    Unsere Untersuchung hat festgestellt, dass die Dichtigkeit der Kammer zufriedenstellend war und dass sich die Leistung der Vakuumpumpe durch die Reparatur deutlich verbessert hatte. Dies lässt den Schluss zu, dass eine unzureichende Leistung der Vakuumpumpe in einem Vorvakuum-Autoklaven durch eine verringerte Wasserzufuhr zur Wasserring-Vakuumpumpe verursacht werden kann. Es erscheint auch empfehlenswert, den nach den Vorvakuumphasen erreichten Druck bei jedem Sterilisationsvorgang zu überwachen.

     

Empfehlungen

  • Baulich-räumliche Gestaltung von Sterilisationsabteilungen

    AFS-Arbeitsgruppe*

    Dieses Dokument ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Mitglieder der Französischen Gesellschaft für Sterilisation (Association Française de Stérilisation, AFS). Die Autoren dieses Projektes haben versucht, Fragen zu baulich-funktionellen Aspekten zu beantworten, mit denen leitende Mitarbeiter oder auch jeder andere Mitarbeiter einer Sterilisationsabteilung (ZSVA) konfrontiert werden könnte. Es handelt sich um Empfehlungen für die baulich-funktionelle Organisation einer Sterilisationsabteilung unter Berücksichtigung der geltenden behördlichen Vorschriften.

    Das Ziel dieses Projekts bestand darin, Hinweise zur baulich-funktionellen Gestaltung einer Sterilisationsabteilung zu liefern, um zu erreichen, dass das Prinzip „von unrein nach rein“ eingehalten werden kann und dass die Rückverfolgbarkeit der zu sterilisierenden Medizinprodukte gewährleistet ist.

    In unserer Arbeit beschränkten wir uns auf die Dampfsterilisation.

    Bei dieser Publikation handelt es sich nicht um eine zusammenfassende Beschreibung der verschiedenen Sterilisationsverfahren, sondern um Empfehlungen zur Organisation einer Sterilisationsabteilung angesichts räumlicher Bedingungen, die für den Funktionsablauf nicht immer optimal sind.

    Ebenso wenig soll diese Publikation eine Handlungsanleitung für Ausrüster oder Hersteller darstellen.

  • Empfehlungen des AK »Qualität« Erneute Leistungsqualifikation bei Wechsel von Prozesschemikalien

Recht

  • Rahmenbedingungen und Anforderungen zur Gewährleistung der technisch-funktionellen Sicherheit aufbereiteter Medizinprodukte

    M. Kraft

Fortbildung

  • Sichtkontrolle, Pflege und Funktionskontrolle von zerlegbaren Knochenstanzen

    Ursel Oelrich*, Wolfgang Fuchs, Armin Meßmer

    Dieser Beitrag beschreibt die Mindestanforderungen einer sachgerechten Durchführung der Sichtkontrolle, Pflege und Funktionskontrolle von zerlegbaren Knochenstanzen aus Herstellersicht. Es werden die erfahrungsgemäß am häufigsten auftretenden Fehler und Probleme aufgezeigt und Maßnahmen zu deren Beseitigung sowie dauerhaft wirksame Problemlösungen angesprochen.

    Bei Einhaltung der Vorgaben und Empfehlungen ist im Sinne der Erfüllung der hygienischen und technisch-funktionellen Anforderungen in hohem Maße sichergestellt, dass nur einwandfreie zerlegbare Knochenstanzen zur Anwendung kommen oder im anderen Fall nicht einwandfreie zerlegbare Knochenstanzen angemessen behandelt werden. Dadurch können sowohl Patienten- oder Anwenderrisiken in hohem Maße ausgeschlossen als auch teure Reparaturen oder Neuanschaffungen auf ein Mindestmaß reduziert werden.

    Bei Wartungs- und Reparaturarbeiten von nicht zerlegbaren Knochenstanzen wurde eine z.T. auffällige Rückstandsproblematik bei 20% der genannten Produkte nach der maschinellen Aufbereitung festgestellt (speziell im Spalt zwischen Schieber und Griffhauptteil). Um dem Reinigungsproblem Rechnung zu tragen, bietet Aesculap seit mehr als 10 Jahren ein vergleichbares Sortiment von zerlegbaren Kerrison-Knochenstanzen in verschiedenen Ausführungen an.

    In diesem Artikel wird exemplarisch die Sichtkontrolle, Pflege und Funktionskontrolle der zerlegbaren Knochenstanze beschrieben, um die Reinigbarkeit einer komplexen optimierten Instrumentenkonstruktion aufzuzeigen.