MHP

Zentralsterilisation 6/2008

Aktuell

  • - Aus dem Normenwerk: Messungenauigkeit

    - 9. ZSVA Hygiene-Forum im Congress-Centrum Damp

    - Aufbereitung und Wiederverwendung von Einweg-Medizinprodukten unter Nachhaltigkeitsaspekten – Einführung in Österreich

    - Einheitliche Maßstäbe an Hersteller und Aufbereiter anlegen. MedInform-Konferenz zur Wiederverwendung von Medizinprodukten am 8. Oktober 2008 in Bonn

    - Computerchip RFID steigert Sicherheit und Effizienz im

    Klinikalltag

Originalarbeit

  • Ringversuch zur Standardisierung einer praxisrelevanten Prüfanschmutzung zur vergleichenden quantitativen Bewertung der Reinigung in Anlehnung an EN ISO 15883

    J. Köhnlein, R. Glasmacher, V. Heide, D. Kunde, M. Mohr, D. Otto, K. Roth, J. Staffeldt, P. Tiarks, S. Wagenknecht, H.-P. Werner, W. Michels*

    Die Prüfung der Reinigungsleistung von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten (RDG) entsprechend ISO 15883-1 und ISO/TS 15883-5 kann mit unterschiedlichen länderspezifischen Prüfanschmutzungen erfolgen. Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist daher in Frage zu stellen.

    Mit dem Ziel der Vereinheitlichung der Prüfanschmutzungen wurde vom Normenausschuss NA Med 063-04-09 des DIN die Ad-hoc-Gruppe „Prüfanschmutzung und Methoden“ berufen. Ziel der Ad-hoc-Gruppe ist es, ein in vitro-Referenzsystem mit einer praxisrelevanten Prüfanschmutzung zu entwickeln, mit dem unterschiedlichste Variablen, wie z. B. Reiniger, aber auch das Verhalten anderer Prüfanschmutzungen im Vergleich zu dieser Referenz untersucht werden können.

    Von sechs routinierten Laboratorien wurden Vergleichstests durchgeführt. In mehreren Versuchsserien konnten 1. die Standardisierung der Anschmutzung von Prüfkörpern, 2. die Versuchsdurchführung und 3. die Analyse der Restanschmutzung schrittweise optimiert werden.

    Anhand der durchgeführten Testreihen wurde ein System zur Charakterisierung der Ablösekinetik erarbeitet und definiert, welches eine praxisrelevante Quantifizierung der Reinigungsleistung ermöglicht.

    Damit wurde aber auch ein Referenzstandard geschaffen, der den quantifizierbaren Vergleich von diversen Prüfsystemen, u. a. bereits im Handel erhältliche Reinigungsindikatoren, ermöglicht.

  • Muss in Sterilisationsabteilungen verwendetes Reinstwasser zwingend Trinkwasserqualität haben?

    F. Netzer, D. Combeau, C. Gouot, C. Doit, E. Bingen, F. Brion

    Die Umwelt (Luft, Wasser) hat einen erheblichen Einfluss auf die Qualität des Prozesses der Sterilisation von Medizinprodukten. Kontrollen der Umweltbedingungen, denen dieser Sterilisationsprozess unterliegt, sind rechtsverbindlich vorgeschrieben. In diversen mikrobiologischen Untersuchungen von Reinstwasser, mit dem die zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) des Hôpital Robert Debré versorgt wird, wurden bakterielle Kontaminationen mit Überschreitung der für Trinkwasser geltenden oberen Grenzwerte nachgewiesen. Diese Kontaminationen konnten auch durch wiederholte Leitungsdesinfektion mittels Peressigsäure nicht beseitigt werden.

    Das Ziel dieser Arbeit bestand darin, die Auswirkungen der Verwendung von kontaminiertem Wasser auf die Reinigung von Medizinprodukten in Reinigungs- und Desinfektionsgeräten in einer ZSVA zu untersuchen. Die Analysen der aus dem Leitungsnetz entnommenen Wasserproben ergaben mikrobielle Kontaminationen mit mehr als 20.000 KBE/ml. Die Zahlen der lebensfähigen Bakterien waren nach Inkubation der Kulturen bei 37 °C 100-mal höher und nach Inkubation bei 22 °C 10-mal höher als der jeweils geltende obere Grenzwert. Die mikrobiologischen Untersuchungen von Reinstwasserproben, die während eines Reinigungszyklus entnommen wurden, zeigten keinerlei bakterielle Kontamination. Die Ergebnisse dieser Studie insofern zufriedenstellend, als sie zeigen, dass am Ende eines Reinigungszyklus entnommene Wasserproben die mikrobiologischen Kriterien für Trinkwasserqualität erfüllen, obwohl das Wasser aus dem Leitungsnetz, welches die ZSVA versorgt, diese mikrobiologischen Qualitätskriterien nicht erfüllt. Durch Installation eines Platten-Wärmetauschers, bei dem die Kühlung des Reinstwassernetzes mit Hilfe einer Kaltwasser-Zirkulation erfolgt, konnte dieses Problem gelöst werden. Seit mehr als zwei Jahren zeigen die mikrobiologischen Analysen unauffällige Ergebnisse, wobei die mikrobiellen Kontaminationen unterhalb der zulässigen oberen Grenzwerte liegen.

Empfehlungen

  • Empfehlungen des AK »Qualität« Anforderungen für den Bau oder Umbau einer Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung in einem Krankenhaus.

    Teil 3 – technische und funktionale Einrichtung und deren Ausführung