MHP

Zentralsterilisation 1/2011

Aktuell

  • Neues aus dem Normenwerk: Risiken, EG-Richtlinien und ISO-Normen
  • Jahreskongress des IDSc in Blackpool
  • Bericht zum Projekt der FDA: Unique Device Identification für Medizinprodukte
  • Stellungnahme des AKI zu Silikatbelägen auf Instrumentarium – Aussetzung von OP’s eine Überreaktion

Originalarbeit

  • Untersuchung zur reproduzierbaren Reinigung von Instrumenten anhand eines Worst-Case-Modells

    G. Kirmse

    Durch Untersuchung der reproduzierbaren Reinigungsleistung an speziell angefertigten Spaltprüfkörpern und Musterinstrumenten wird multizentrisch die Effizienz der Reinigung an chirurgischen Instrumenten untersucht. Die Prüfkörper repräsentieren die Bandbreite der chirurgischen Standardinstrumente.

    Die Ergebnisse zeigen, dass mit einem Prozess mit zwei Vorspülungen und 10 min Haltezeit verlässliche Ergebnisse erzielt werden, mit kürzeren Prozessen oder ungeölten Instrumenten die Restverschmutzungen aber sehr stark streuen. Die Spaltweite hat nur geringen Einfluss.

    Zu minimalinvasiven Instrumenten und komplexen Geometrien sind weitere Untersuchungen in Arbeit.

  • Untersuchungen zur Bedeutung des A0- Wertes für die Abtötungskinetik von Bakterien bei der thermischen Desinfektion

    S. Pisot, G. Thumm, P. Heeg, C. Syldatk, K. Roth

    Zunächst wurden die D-Werte für mehrere Mikroorganismen bei 65, 70 und 75 °C bestimmt. Die Auswahl der zu testenden Bakterien erfolgte dabei nach ihrer Relevanz im Medizinbereich. Ausgewählt wurden die Bakterienarten Pseudomonas (P.) aeruginosa, Staphylococcus (S.) aureus, Enterococcus (E.) faecium und Mycobacterium (M.) terrae. Die D-Werte im Suspensionsversuch betrugen 0,14 min, 0,12 min und 0,01 min für P. aeruginosa, 0,21 min, 0,13 min und 0,04 min, für S. aureus und 1,65 min, 0,35 min und 0,07 min für E. faecium. M. terrae war bei 65 °C nach wenigen Sekunden schon vollständig abgetötet.

    Die folgenden Untersuchungen, sowohl zur thermischen Inaktivierung des ausgewählten Bakteriums in reiner Suspension, als auch auf metallischer Oberfläche und deren Vergleich mit den jeweils berechneten A0-Werten bei unterschiedlichen Temperaturverläufen wurden ausschließlich mit E. faecium durchgeführt. Die Metallplättchen wurden zum Einen mit der reinen Bakteriensuspension und zum Anderen mit einer Bakteriensuspension-Blut-Mischung kontaminiert. Dabei war festzustellen, dass sich die Koloniezahl von E. faecium im Suspensionsversuch schneller reduzieren ließ als dies auf der Metalloberfläche der Fall war. Des Weiteren waren die Bakterien in der Bakteriensuspension-Blut-Mischung resistenter gegenüber Wärmeeinwirkung als jene in reiner Bakteriensuspension auf Metall.

    Allgemeine Schlussfolgerung

    Diese Untersuchungen zeigen, dass sich die Theorie des A0-Wertes, dargestellt in der DIN EN ISO 15883-1 (1), in der Praxis bestätigen lässt.

    Die Reduktion der Koloniezahl der in dieser Untersuchung verwendeten Mikroorganismen bei den jeweiligen A0-Werten ergab, dass zur erfolgreichen Inaktivierung, sowohl der Bakterien in reiner Suspension als auch derjenigen auf metallischer Oberfläche ein A0-Wert von 60 genügt. Die thermische Desinfektion von medizinischen Instrumenten in Krankenhäusern, welche hauptsächlich in einem Prozess abläuft, der durch einen A0-Wert von 600 bzw. 3000 charakterisiert wird, bietet somit ein hohes Maß an Sicherheit vor Infektionen sowohl für das Personal als auch für die Patienten.

Fortbildung

  • Influenza

    P. Heeg

Empfehlungen

  • Empfehlungen des AK «Qualität»: Problem-Instrumente in der Aufbereitung (Teil 1)