MHP

Zentralsterilisation 3/2011

Aktuell

  • Neues aus dem Normenwerk: Produktfamilien und Bearbeitungsklassen
  • Ein Pflänzchen das wachsen und blühen kann: DIN 58921
  • 33. Nationale französische Sterilisationstage
  • Tübinger Aufbereitungs- und Sterilisationsforum
  • 5. Kolloquium «Medizinische Instrumente», wfk Krefeld
  • EndoTreff Dortmund am 13. April 2011
  • Professor Exner zum 60. Geburtstag

  • Im Vergleich: vier Geräte zur elektronischen Überprüfung der Dampfdurchdringung gemäß ISO 11140, Teil 4

    F. Benoit, D. Merger, R.J. Hermsen, J.P.C.M. van Doornmalen

    Als Ersatz für den klassischen Bowie-Dick-Test wurden im letzten Jahrzehnt elektronische Geräte zur Überprüfung der Dampfdurchdringung entwickelt. Die hier vorgestellte Untersuchung sollte herausfinden, ob die Leistung dieser Geräte dem ursprünglichen Bowie-Dick-Test gleichwertig ist. Dazu wurden vier im Handel erhältliche Messgeräte zur elektronischen Überprüfung der Dampfdurchdringung entsprechend der Norm DIN EN ISO 11140-4, «Sterilisation von Produkten für die Gesundheitsvorsorge – Chemische Indikatoren – Teil 4: Indikatoren der Klasse 2, die alternativ zum Bowie-Dick-Test für den Nachweis der Dampfdurchdringung verwendet werden», geprüft.

    Hierbei wurde festgestellt, dass drei der vier geprüften Geräte keine dem herkömmlichen Bowie-Dick-Test vergleichbaren Ergebnisse liefern. Wie die Untersuchung außerdem zeigt, erhält man vergleichbare Ergebnisse nicht alleine dadurch, dass bei der Prüfung der Dampfdurchdringung lediglich Temperatur und Druck gemessen und ausgewertet werden. Vielmehr muss das Gerät in der Lage sein, zwischen Dampf und anderen möglicherweise anwesenden Gasen, z. B. Luft, zu unterscheiden. Nur eines der Geräte nutzt die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften von Dampf und nichtkondensierbaren Gasen und erreicht damit eine dem herkömmlichen Bowie-Dick-Dampfdurchdringungstest gleichwertige Leistung.

Erfahrungsbericht

  • Wir managen unsere Sterilisationsfehler – Sie auch?

    P. Turri, C. Signori, C. Margotti, M. Lagioia, N. Silvestri, C. Oggioni

    IRCCS Istituto Clinico Humanitas (ICH) ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung in Norditalien nahe Mailand, das Gesundheitsvorsorge für den staatlichen italienischen Gesundheitsdienst (Servizio Sanitario Nazionale) anbietet. Direkt der Geschäftsführung des ICH untersteht unter anderem das klinikweite Risikomanagement und die Hygieneabteilung. Das ICH besteht aus 21 interdisziplinären Abteilungen, 525 medizinische Betten, 72 Tagesbetten, 24 Betten der Intensivversorgung und 150 Betten von Rehabilitationseinrichtungen. Die im ICH ebenfalls ansässige Notfallabteilung stellt mit jährlich 60.000 Patienten einen der umfangreichsten Patientendurchläufe in den Mailänder Kliniken dar. 2008 wurden 42.187 Operationen durchgeführt – davon allein 29 Prozent durch die Notfallabteilung.

    Ein klinikweites Risikomanagement sollte ein Hauptaugenmerk eines jeden Krankenhauses sein, um die Patientensicherheit zu erhöhen. Krankenhäuser sind komplexe Systeme, in denen sämtliche Bereiche und Abteilungen zu einem guten Risikomanagement beitragen können – nicht nur die Bereiche, die üblicherweise als besonders gefährdet erachtet werden. Der Fokus auf individuelle Fehler sollte durch einen gezielten Blick auf ungenügend agierende Systeme und Abläufe erweitert werden. Ein Risikomanagement sollte aus einer Datensammlung aller unerwünschter medizinischer Ereignisse bestehen. Solche Datensammlungen können heutzutage leistungsfähige Berichtssysteme bewerkstelligen. Die daraus resultierenden Ergebnisse dienen dazu, aus begangenen Fehlern für die zukünftige Praxis zu lernen. Auch wenn es noch weitere Möglichkeiten der Identifikation von Sicherheitsmängeln gibt, stellt ein durchdachtes internes Dokumentationssystem den Schutz aller verantwortlichen Abteilungen vor Gefährdungen dar. Zudem unterstützt ein regelmäßiges Reporting durch ständiges Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen die Prävention von Fehlern. Der Aufbereitungsprozess von Sterilgütern in der Zentralsterilisation ist ebenso als kritisch zu betrachten. Hierbei sei erwähnt, dass das Thema der Risikobewertung in der Zentralsterilisation nur selten und nur bruchstückhaft in der bestehenden Literatur beschrieben ist.

    Aus diesem Grund haben wir uns im September 2006 dazu entschieden, das Instrumenten Management-System instacount PLUS von B. Braun Aesculap zu implementieren. Wir suchten ein Dokumentationssystem, um auftretende Fehler im Aufbereitungsprozess zu entdecken. Die gesammelten Ergebnisse wurden dann, wie nachfolgend ersichtlich, analysiert.

Empfehlungen

  • Empfehlungen des AK «Qualität»: Aufbereitung ophthalmologischer Medizinprodukte (Teil 1)