MHP

Zentralsterilisation 5/2013

Aktuell

  • Neues aus dem Normenwerk: Konformitätserklärung
  • Akzeptanz durch Kompetenz: DGSV-Kongress in Fulda
  • Änderung der Akzeptanzkriterien für die Bewertung der Reinigungsleistung
  • Herausgeberbeirat erweitert

Originalarbeit

  • Untersuchungen zur ultraschall-induzierten Keimemission in die Raumluft durch kontaminierte Ultraschallbäder

    B. Fiedler, J. Steinke

    Die Reinigung von Medizinprodukten durch die Nutzung von Ultraschall gilt als materialschonend und ist in der Praxis bereits sehr gut etabliert. Es wird häufig gefordert, alle Ultraschallbäder mit einem Deckel auszurüsten, um eine Gefährdung des Bedien-

    personals zu vermeiden. Eine Gefährdung wird in der möglichen Inhalation von in die Luft entweichenden Organismen aus dem kontaminierten Wasser des Ultraschallbades gesehen. Mittels Zählung der Partikel und Bestimmung des Gehaltes an lebenden Organismen konnte nachgewiesen werden, dass die Luft über hochgradig kontaminierten Ultraschallbädern bei praxisnahen Versuchsbedingungen nicht signifikant höher belastet ist als in 80 cm Entfernung. Es war dabei unerheblich, ob das Ultraschallbad mit oder ohne Deckel, mit oder ohne Ultraschall und Heizung oder mit reinigenden und desinfizierenden Chemikalien betrieben wurde.

     

Aus der Praxis

  • Verschwundener Farbumschlag bei Bowie-Dick-Test-Indikator aufgrund von Lufteintritt in die Kammer eines Vorvakuum-Autoklaven

    Y. Uetera, K. Kishii, H. Yasuhara, K. Moriya, N. Kumada, H. Tanno

    Der Vorvakuum-Autoklav mit einer ummantelten Kammer mit 196 Liter Fassungsvermögen wurde im November 2006 installiert und verfügt über einen Reindampferzeuger und eine Umkehrosmoseanlage. Aus dem mit der Umkehrosmoseanlage entsalzten Wasser wird Reindampf erzeugt und in die Kammer geleitet. Der Autoklav ist so geregelt, dass die Temperatur des Kammermantels um 1,0 °C unter der Temperatur in der Kammer liegt.

    Bis Juli 2009 bestand der Autoklav alle Bowie-Dick-Tests, die mit Prüfpaketen desselben Typs durchgeführt wurden: Ein unbenutzter gelber Indikator verfärbte sich einheitlich nach blau/violett, und dieser Farbumschlag blieb auch nach dem Test bestehen. Im August 2009 zeigte sich erstmals eine Änderung des Farbumschlags auf dem Indikator: Am Ende des Prüfzyklus verfärbte sich der Indikator zwar einheitlich blau/violett, aber dieser Farbumschlag änderte sich nach zwei Tagen wieder zurück zum ursprünglichen Gelb.

    Als mögliche Ursachen für dieses Phänomen vermutete der Hersteller des Prüfpakets einen zu hohen Anteil nicht kondensierbarer Gase (NKG) im zugeführten Dampf, die Anwesenheit von Nassdampf in der Kammer, durch kleinste Undichtigkeiten in der Kammer eindringende Luft usw. Daraufhin wurde die Dampfqualität überprüft. Auch ein Vakuum-Lecktest wurde durchgeführt. Beim Lecktest wurde kein Aufwärmzyklus durchgeführt, da der Kammermantel immer durch den Dampf aufgewärmt wird.

    Der NKG-Anteil im Reindampf lag nicht über 3,5 %. In dem Zeitraum, als der Farbumschlag verschwand, lagen die Leckraten zwischen 0,31 und 0,57 mbar/min. Im Oktober 2012 entdeckte unser Wartungstechniker eine Undichtigkeit in den Rohrleitungen. Nach der Reparatur sank die Leckrate auf 0,18 mbar/min, und das Phänomen des verschwundenen Farbumschlags trat nicht mehr auf.

    Die in diesem Autoklaven verwendeten Bowie-Dick-Prüfpakete wurden auch in zwei anderen Autoklaven mit 196-Liter-Kammer getestet. Die Manteltemperatur dieser Geräte war auf 1,0 °C über der Kammertemperatur eingestellt. Beide Autoklaven bestanden den Bowie-Dick-Test, ohne dass der Farbumschlag später wieder verschwand. Die Leckraten betrugen zwischen 0,18 und 0,98 mbar/min. Die Lecktests wurden ohne Aufwärmzyklus durchgeführt, da die Kammermäntel der Autoklaven immer erwärmt sind.

    Verschiedene Faktoren können das Verhalten der Indikatoren bei einem Bowie-Dick-Test beeinflussen. Sicherlich liefert dieser Fallbericht ein anschauliches Beispiel dafür, welche Ursachen für das Verschwinden des Farbumschlags bei einem Bowie-Dick-Test in Betracht gezogen werden müssen.

20 Jahre Zentralsterilisation

  • Indikatoren und Sterilisationskontrolle

    E. Dennhöfer

Empfehlungen

  • Empfehlungen des FA «Qualität»: Umgang mit Leihinstrumenten (Teil 2)