MHP

Zentralsterilisation 4/2015

Aktuelle Ausgabe

  • EO- und H2O2-Gas-Plasma-Sterilisation: Vorsorgemaßnahmen in Krankenhäusern in den USA
  • Abgestimmter Versorgungsprozesszwischen OP und ZSVA
  • FA «Qualität»: Positionierung der MP für die maschinelle Reinigung und Desinfektion
  • Aktuell: 11. Schweizerische Fachtagung über die Sterilisation, 7. Kolloquium Medizinische Instrumente

Aus dem Normenwerk

SAL

Aktuell

  • Errare humanum est. 11. Schweizerische Fachtagung über die Sterilisation, Biel, 17. – 18. Juni 2015
  • 7. Kolloquium Medizinische Instrumente im Rahmen der 47. International Detergency Conference, Düsseldorf, 21. Mai 2015

Originalia

Sterilisation mit Ethylenoxid und Wasserstoffperoxid-Plasma: Vorsorgemaßnahmenin Krankenhäusern in den USA

J. M. Boiano* und A. L. Steege

Zentr Steril 2015; 23 (4): 255–261.

Ziel: Bewertung von Vorsorgemaßnahmen und der Einsatzhäufigkeit von Sterilisationssystemen mit Ethylenoxid (EO) und Wasserstoffperoxid-Gasplasma (kurz: Plasma), auch von vollautomatischen EO-Sterilisatoren.

Aufbau: Modulare Internet-Umfrage

Teilnehmer: Mitglieder von Berufsverbänden, die angegeben hatten, in der vorangegangenen Woche EO oder Plasma zur Sterilisation von medizinischen Instrumenten und Materialien verwendet zu haben. Die teilnehmenden Organisationen hatten ihre Mitglieder per E-Mail mit einem Link zur Umfrage zur Teilnahme eingeladen.

Methoden: Es wurden beschreibende Analysen vorgenommen und einfache Häufigkeiten und Prävalenzen ermittelt.

Ergebnisse: Insgesamt haben 428 Teilnehmer die Fragen des Moduls zu chemischen Sterilisationsmitteln beantwortet. Da die meisten Teilnehmer in Krankenhäusern arbeiteten (87%, n = 373), hat sich die Analyse auf diesen Personenkreis konzentriert. 84% von 373 Personen verwendeten Plasmasterilisatoren, 38% verwendeten EO-Sterilisatoren und 22% beide Typen. Fast alle Teilnehmer, die mit EO sterilisierten, setzen Vollautomaten ein (94%, n = 120), und davon gaben die meisten an, dass diese mit Einmalkartuschen arbeiteten (83%, n = 115). Technische und organisatorische Kontrollen für die EO-Sterilisation fehlten in den folgenden Bereichen: funktionierende Abluftanlage im Aufstellraum (7%; n = 114); fortlaufende Luftüberwachung (6%; n = 113); Schulungen zur sicheren Handhabung (6%; n = 142); Standardarbeitsanweisungen (4%; n = 142). Zu den Faktoren, die das Risiko einer Exposition gegenüber H2O2-Plasma erhöhen können, gehörte das Fehlen von Standardarbeitsanweisungen (9%; n = 311) und von Schulungen zur sicheren Handhabung (8%; n = 312).

Schlussfolgerungen: Die Anwendung von Vorsorgemaßnahmen war gut, aber nicht überall gegeben. Der Einsatz der EO-Sterilisation hat offenbar zugunsten der Sterilisation mit Wasserstoffperoxid-Gasplasma abgenommen. Letztere ermöglicht höhere Durchsätze und stellt geringere gesetzliche Anforderungen. Knapp ein Jahr nach ihrem Verbot durch die US-Umweltbehörde EPA wurden noch separate Ausgasungsschränke in Kombination mit EO-Sterilisatoren verwendet.

Aus der Praxis

Versorgungsqualität in der Sterilgutversorgung
Abgestimmter Versorgungsprozess mit wiederaufbereiteten Medizinprodukten zwischen Operationssälen (OP) und der zentralen Sterilgutversorgung (ZSVA)

J. Kriegel*, H.-P. Gräbel, S. Haidinger, E. Neuhauser


Zentr Steril 2015; 23 (4): 269–275.

 

Ein wesentlicher Teil der Kernleistung von Krankenhäusern wird im Operationssaal (OP) erbracht. Für die dafür erforderliche und zeitgleiche Bereitstellung der benötigten Ressourcen (z.B. Patient, OP-Team, Informationen, OP-Material) ist die effektive, effiziente, qualitative und flexible Sterilgutversorgung ein relevanter Unterstützungsprozess. Aktuell lassen sich unterschiedliche Herausforderungen bzgl. der übergreifenden Abstimmung und Realisierung des Sterilgutversorgungsprozesses attestieren. Es stellt sich die Frage: Durch welche Verbesserungsmaßnahmen in Richtung eines abgestimmten und übergreifenden Versorgungsprozesses lässt sich eine bedarfsgerechte (zielgerichtet/effektiv) und effiziente (optimierter Ressourceneinsatz) Sterilgutversorgung in Krankenhäusern anstreben und realisieren? Im Rahmen zweier Forschungsprojekte wurden daher 13 Experten eines Krankenhauses der Schwerpunktversorgung hinsichtlich relevanter Verbesserungspotenziale der Sterilgutversorgung befragt. Die Erhebung erfolgte über eine qualitative Längsschnittstudie mittels Befragung und Beobachtung und ergab unterschiedliche Verbesserungspotenziale in den Hauptkategorien Umwelt, OP, ZSVA, Transport, Information/Kommunikation und Organisation. Ferner konnten kurz-, mittel- und langfristige Verbesserungsmaßnahmen entwickelt werden, wobei ein wesentliches Ergebnis die Bedeutung eines abteilungsübergreifenden und interprofessionellen Wissens- und Kommunikationsmanagement darstellt.

Empfehlungen des FA «Qualität»

Optimierung der Positionierung der Medizinprodukte für die maschinelle Reinigung und Desinfektion
Teil 1: Medizinprodukte ohne Hohlräume