MHP

Zentralsterilisation 5/2017

Inhalt

  • Spiel und Ernst auf dem Stand der Wissenschaft und Technik. 1. Kongress der SF2S in Antibes, Frankreich, 21. – 22. September 2017
  • Ab 1.1.2018: Kostenfreier OPEN-ACCESS-Service für die VAH-Liste Online
  • 10 Jahre IPS – Jubiläumskonferenz mit vielfältigem Programm. Konferenz der Infection Prevention Society, Manchester, England, 18. – 20.09.2017
  • Herausgeberbeirat erweitert
  • Fortbildung: U. Rosenberg: Validierung des Reinigungsprozesses im Rahmen der Wiederaufbereitung von Medizinprodukten – was bedeutet das?
  • Empfehlungen des FA «Qualität»: Umgang mit Nicht-Medizinprodukten

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Vergleich der Empfindlichkeit von Prüfsystemen zum Proteinnachweis auf chirurgischen Instrumente

Sulisti Holmes*, Eddie McLaughlan, Mike Winter

Zentr Steril 2017; 25 (5): 291–295.

Schlüsselwörter: Reinigung, chirurgische Instrumente, Restprotein, CJK, Prüfsysteme, Proteintest

Hintergrund: Diese Untersuchung vergleicht die Empfindlichkeit im Handel erhältlicher Prüfsysteme beim Nachweis des Proteinäquivalents von 5 µg Rinderserumalbumin (BSA), das auf chirurgische Instrumente aufgebracht worden war. Die im Vereinigten Königreich geltenden Richtlinien zur Dekontamination legen einen Proteingrenzwert von 5 Mikrogramm fest. Dies soll die Sauberkeit der Instrumente verbessern und das Risiko einer CJK-Übertragung minimieren. Allerdings gibt es noch keine klaren Erkenntnisse, welche Prüfsysteme in diesem Zusammenhang für den praktischen Einsatz geeignet sind.

Methoden: Mit sechs Protein-Prüfsystemen wurde die Proteinmenge (Äquivalent zu 5 µg BSA) ermittelt, die auf Edelstahl-Prüfkörpern aufgebracht worden war. Von den sechs getesteten Systemen war ProReveal das einzige quantitative Messsystem, bei dem die Probe von der Oberfläche nicht durch Elution gewonnen werden musste. Die übrigen Systeme arbeiten mit Abstrichproben. Als Proteinquellen dienten BSA, heparinisiertes Pferdeblut und Lammhirnhomogenat. Anschließend wurde eine Pilot-Feldstudie mit chirurgischen Instrumenten durchgeführt, die zuvor an Patienten eingesetzt worden waren.

Ergebnisse: Fünf quantitative Prüfsysteme ermittelten Proteinmengen, die unter den auf die Prüfkörper aufgetragenen Proteinmengen lagen. Clean-Trace und ProReveal haben eine vergleichbare Empfindlichkeit. Auch Resi-Test, ein qualitatives Abstrich-Prüfsystem, war in der Lage, eine Proteinmenge von 5 µg nachzuweisen. In der Pilot-Feldstudie lieferten diese drei Prüfsysteme ebenfalls vergleichbare Ergebnisse.

Schlussfolgerungen: Die Empfindlichkeit von einigen der Abstrich-Prüfsysteme ist vergleichbar mit der des getesteten Scan-Systems. Der Einsatz von Abstrichsystemen mit belegter Empfindlichkeit sollte also nicht ausgeschlossen werden. Eine gute Personalschulung und die Einhaltung der Herstelleranweisungen bzw. Standardarbeitsanweisungen tragen zu genauen Messungen bei, gerade bei der Arbeit mit Abstrichen. Jedes Prüfsystem hat seine Stärken und Schwächen, die vor dem Einsatz sorgfältig abgewogen werden sollten.

 

 

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Entfernung von Biofilm durch Endoskopreiniger: eine Vergleichsstudie

Wafi Siala, Françoise Van Bambeke, Thomas Vanzieleghem* 

Zentr Steril 2017; 25 (5): 301–308.

Schlüsselwörter: Biofilm, Reiniger, Desinfektion, Endoskope, mikrobiologische Überwachung, Aufbereitung

Hintergrund und Zielsetzung: Die Fähigkeit von Endoskopreinigern, Biofilm zu entfernen, wird anhand von unterschiedlichen Modellen geprüft, was die Ergebnisse schlecht vergleichbar macht. Unser Ziel war es, die Wirksamkeit von 11 Reinigern für die manuelle Reinigung von Endoskopen bei der Entfernung von Biofilmen unter einheitlichen friktionsfreien Bedingungen zu dokumentieren.

Material und Methoden: Es wurden drei Isolate jeder der Bakterienarten Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa, Klebsiella pneumoniae, Escherichia coli und Enterococcus faecalis für statische In-vitro-Assays zur Biofilmentfernung ausgewählt. Die Biofilmentfernung von neun enzymatischen und zwei nicht-enzymatischen Reinigern bei 25 °C und 40 °C wurde durch Qualifizierung der Restbiomasse per Kristallviolett-Färbung bewertet. Mit Hilfe der konfokalen Mikroskopie wurden Veränderungen im Biofilm in ausgewählten Proben bestätigt. Es wurde eine Nachreinigung noch kontaminierter Endoskope mit dem besten Reiniger aus den In-vitro-Assays durchgeführt, gefolgt von Desinfektion und einer erneuten Beprobung.

Ergebnisse: Unter friktionsfreien Bedingungen war der Erfolg der Biofilmentfernung von den jeweiligen Spezies bzw. Stämmen abhängig. Die Biofilmentfernung war bei 40 °C signifikant erfolgreicher als bei 25 °C (p < 0,001), insbesondere bei Verwendung enzymatischer Reiniger. Die maximale Biofilmentfernung, über alle Isolate gepoolt, betrug 62 ± 15% bei 40 °C und nur 20 ± 16% bei 25 °C. Die konfokale Mikroskopie bestätigte die Entfernung der Biomasse des Biofilms. Die Kulturen von kontaminierten Endoskopen nach Nachreinigung und Desinfektionskulturen waren zufriedenstellend und erlaubten die Freigabe für den klinischen Gebrauch nach den aktuellen ESGE-ESGENA-Richtlinien.

Schlussfolgerungen: Die Biofilmentfernung ist abhängig von Spezies und Isolaten; die gefundenen Unterschiede zwischen den Reinigern zeigen, dass deren Zusammensetzung wichtig ist. Nur ein Reiniger war gegen alle getesteten Biofilme wirksam. Bei der Anwendung auf kontaminierte Endoskope bei der Nachreinigung beseitigte der gleiche Reiniger die Restkeimbelastung.