MHP

Zentralsterilisation 6/2017

Inhalt >>

  • Mut zum Wandel. Weltkongress der Sterilgutversorgung, 4. – 7. Oktober, Bonn
  • Leitlinie zur Validierung der manuellen Reinigungs- und manuellen chemischen Desinfektionsprozesse zur Aufbereitung thermolabiler Endoskope – Gründung einer Arbeitsgruppe zur Prüfung von Reinigungs- und Gesamtprozessleistung
  • Nordlicht für alle professionell an der Aufbereitung von Medizinprodukten Interessierten. 17. ZSVA Hygiene-Forum Schleswig-Holstein, 28. Oktober 2017, Damp
  • Leserbriefe: Kommentar zur Leitlinie zur Validierung der maschinellen Reinigung
  • Verkürzte Inkubationszeiten
  • Fortbildung:Qualitätsmanagement in der AEMP – Chirurgische Standard-Instrumente.
    Teil 3: Sichtkontrolle, Pflege und Funktionskontrolle von Standard chirurgischen Scheren und Pinzetten
  • Empfehlungen des FA «Qualität»: Erneute Leistungsqualifikation RDG

Originalia >>

Standardisierung der Vorreinigung und maschinelle Aufbereitung von Instrumenten der Robotik

Winfried Michels*

Zentr Steril 2017; 25 (6): 368–374.

Schlüsselwörter: Robotik-Instrumente, Ultraschallbehandlung, Reinigungs-Desinfektionsgerät, Restprotein, Hämoglobin-Test, Kauterisationsinstrumente

Hintergrund: Die Reinigung der komplexen Robotik-Instrumente, so wie sie der Hersteller vorgibt, ist maßgeblich abhängig von einer intensiven manuellen Vorreinigung. Die nachfolgende Aufbereitung im Reinigungs-/Desinfektionsgerät (RDG) sorgt nur noch für eine gewisse Standardisierung der Restkontamination auf angemessen niedrigem Niveau. Dabei sind Programmlaufzeit und der Ressourcenverbrauch für die drei bis vier Robotik-Instrumente pro Charge im RDG unangemessen groß. Zur Vorreinigung gibt es nun auch Behandlungssysteme, welche die Robotik-Instrumente mit einem vorgegebenen Programm nicht nur mit Ultraschall behandeln, sondern auch den Innenbereich standardisiert durchspülen und gleichzeitig mittels einer Bewegungseinrichtung über die Steuerräder der Instrumente die Bowdenzüge bewegen.
Material und Methoden: Es wurde daher nach dem vom Hersteller der Instrumente vorgegebenen Testprotokoll geprüft, was diese Ultraschall-Geräte zur erforderlichen Gesamtleistung der Reinigung beitragen und was die nachfolgende Reinigung im RDG dann noch leisten muss, um am Ende adäquat gereinigte Instrumente bereitzustellen.
Ergebnisse: Aufgrund der Leistungsergebnisse konnte der RDG-Prozess im Zeitumfang und Ressourcenverbrauch reduziert werden, was die Belastung der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) deutlich verringert.
Schlussfolgerung: Die Etablierung dieser Kombination von Ultraschallgerät und RDG in einer AEMP bestätigte bei der Reinigungsprüfung von durch tatsächlichen Gebrauch verschmutzten Robotik-Instrumenten die hohe Wirksamkeit und Erfüllung der einschlägigen Anforderungen. Das gilt jedoch leider nicht für alle Robotik-Instrumente gleichermaßen, denn bei den Instrumenten zur Kauterisation ist die Behandlung im Ultraschallgerät nicht ausreichend wirksam, so dass bei diesen die manuelle Bürstenreinigung des Funktionsendes derzeit obligatorisch bleibt.

 

 

Diskussion >>

Qualifizierung von Prozesschemikalien

Urs Rosenberg

Zentr Steril 2017; 25 (6): 382–388.

Schlüsselwörter: Prozesschemikalien, Qualifizierung, Medizinprodukte, Wiederaufbereitung, Reinigungs- und Desinfektionsprozess

Im Zusammenhang mit der Wiederaufbereitung von Medizinprodukten wird heutzutage viel über Validierung gesprochen und geschrieben. Z.B. über Validierung von RDG-Prozessen, Validierung der manuellen Reinigung und Desinfektion, Validierung des Siegelnahtprozesses und über Validierung des Sterilisationsprozesses. Validierung ist zum Modewort geworden, das manchmal verwendet wird, ohne dass dessen Bedeutung wirklich verstanden wird. Vor lauter Validierung scheint auch unterzugehen, dass es ohne vorausgehende Qualifizierung keine Validierung geben kann. Zum Beispiel kann die Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten erst dann validiert bzw. ihre Validität nachgewiesen werden, wenn das beteiligte Personal, die Hilfs- und Betriebsmittel sowie die Geräte und Teilprozesse für ihre Aufgaben qualifiziert worden sind. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Qualifizierung der für eine erfolgreiche und für die Patienten sichere Wiederaufbereitung notwendigen Prozesschemikalien.